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Themenwelten
12:33 08.07.2021
Bei Autoservice Zivkovic in Salzgitter-Bad gibt es noch mal Druck auf den Ersatzreifen: Vor der Urlaubsfahrt sollten Warndreieck und Warnweste griffbereit verstaut werden. FOTO: RK

Salzgitter. Koffer, Surfbrett, Fahrräder, Kühlbox – all das und noch viel mehr müssen mit in den Urlaub. Packesel Auto schluckt vieles, aber nicht irgendwie und unendlich. Paragraph 22 der Straßenverkehrsordnung (StVO) schreibt vor: „Die Ladung einschließlich Geräte zur Ladungssicherung sowie Ladeeinrichtungen sind so zu verstauen und zu sichern, dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen können.“

Ein Packplan sollte her, damit nichts umherfliegt, zu schwer wird, aber dennoch vieles reinpasst. Wie viel das Auto schleppen darf, steht im Fahrzeugschein: Zulässiges Gesamtgewicht minus Leermasse. Die auch dort angegebene Anhängelast setzt das maximale Gewicht des Anhängers inklusive Ladung fest. Die Angabe zur Dachlast steht in der Bedienungsanleitung und darf ebenfalls nicht überschritten werden.

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Generell gilt: Schweres kommt nach unten möglichst nah an die hintere Sitzbank, das Leichte obenauf. Alles gleichmäßig so verteilen und stapeln, dass die Sicht des Fahrers nicht beeinträchtigt wird. Verbandkasten, Warnwesten und Warndreieck werden in greifbarer Nähe verstaut.

Auch die Maße sind klar definiert: Ein Auto inklusive Ladung darf nach Paragraph 22 StVO nicht höher als vier Meter und breiter als 2,55 Meter sein. Ragt die Ladung hinten um mehr als einen Meter über die Rückstrahler hinaus, muss sie kenntlich gemacht werden. Maximal 1,50 Meter sind erlaubt, bei Strecken bis zu 100 Kilometer sogar 3 Meter.

Gutes Packen nützt wenig, wenn die Ladung schon bei leichtem Bremsen ins Rutschen kommt. Mit Spanngurten wird das Gepäck im Kofferraum und in der Dachbox fixiert. Rutschfeste Matten halten die Ladung am Boden fest, Trennnetze in Kombis schützen die Passagiere. Voll beladen bremst und lenkt es sich schon schwer. Noch schwerer wird es, wenn Dachbox und Fahrräder mitreisen. Das Auto kann in Kurven, beim Bremsen und Überholen schnell in Schlingern geraten, schlimmstenfalls umkippen. In die Dachbox gehört deshalb nur Leichtes, Fahrräder sind am Heck besser aufgehoben als obenauf.

Wer dann noch im Tempo einen Gang runterschaltet, ausreichend Abstand hält und vorausschauend fährt, ist auf der sicheren Seite. Packsünder bestraft die Polizei mit Bußgeld und Punkten. Ist die Ladung nicht ausreichend gesichert und die Verkehrssicherheit dadurch gefährdet, drohen 60 Euro und ein Punkt in Flensburg. Ein um mehr als 20 Prozent überladenes Fahrzeug schlägt bei einer Polizeikontrolle mit 95 Euro und einem Punkt in Flensburg zu Buche.


Hitze im Auto: eine tödliche Gefahr

In einem geparkten Auto kann es in den Sommermonaten innerhalb kurzer Zeit bis zu 70 Grad heiß werden. Wer darin Tiere, Kinder oder gebrechliche Menschen zurücklässt, muss mit dem Schlimmsten rechnen. Die Ursache ist immer die gleiche: Jemand will „nur mal eben“ noch etwas abholen, stellt das Auto in der prallen Sonne ab und verschließt die Türen. Dann kommt etwas dazwischen, jemand ruft an oder man trifft im Bekannte und aus dem kurzen Sprung wird eine halbe Stunde.

Was viele unterschätzen: Bereits bei einer Außentemperatur von nur 20 Grad erwärmt sich der Innenraum in einer Stunde auf 46 Grad und damit auf eine Temperatur, bei der Mensch und Tier bereits ein gefährlicher Hitzschlag droht. Bei 30 Grad Außentemperatur reduziert sich diese Zeitspanne auf 30 Minuten und nach einer Stunde sind 56 Grad erreicht.

Tödlich, denn die Körpertemperatur der im Auto Zurückgelassenen steigt in ähnlichem Tempo. Ab 40 Grad droht ein Hitzschlag mit Folgeschäden an Gehirn und inneren Organen, ab 42 gar der Hitzetod. Deshalb: Niemals hilflose Personen oder Tiere im Auto zurücklassen, egal wie kurz. Das ist übrigens auch strafbar, dann kommt Paragraph 221 Strafgesetzbuch zur Anwendung: Aussetzung. Bereits ohne kritische Folgen zu ahnden mit drei Monaten bis fünf Jahren Freiheitsentzug. Bei Todesfolge nicht unter drei Jahren.
    

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