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09:06 03.01.2019
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Ganzjährig Weihnachten  

Es gibt immer wieder Protest, nicht zuletzt von kirchlicher Seite, wenn Weihnachten zeitlich immer weiter vorverlegt wird. Wenn es Gebäck und Süßes, das ursprünglich in die Advents- und Weihnachtszeit gehörte, schon im September oder Oktober zu haben ist. Oder wenn adventlicher und weihnachtlicher Lichterglanz schon strahlt, wenn noch nicht einmal 1. Advent gewesen ist. Oder wenn Weihnachtslieder vor der Zeit erklingen, und das öfter auch noch in kitschiger Art.

Nun ist mir allerdings vor gar nicht so langer Zeit noch einmal richtig ins Bewusstsein gekommen, dass in der Kirche die weihnachtliche Zeit auch nicht erst mit dem 1. Advent beginnt, sondern man sogar von einem ganzjährigen Weihnachten sprechen kann. In der Peiner St.-Jakobi-Kirche ist gleich mehrfach der Lobgesang der Engel angesichts der Geburt Jesu zu finden mit dem „Ehre sei Gott in der Höhe“ und dem „Frieden auf Erden“. Und fast jeden Sonntag stimmt in einem evangelischen Gottesdienst die Gemeinde in diesen Lobgesang der Engel aus der Weihnachtsgeschichte des Lukas ein, wenn es in der Liturgie heißt: „Allein Gott in der Höh sei Ehr…“ und dann: „nun ist groß Fried ohn Unterlass…“ Also Weihnachten ganzjährig.


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Allerdings nicht unter kommerziellem Vorzeichen mit vielen Äußerlichkeiten, sondern im Bewusstsein, dass es wenig bringt, das „Fest der Liebe“, wenn überhaupt, auf ein, zwei, drei Tage im Jahr zu begrenzen und den Rest des Jahres so zu leben, als würde es Weihnachten nicht geben. Es gilt ganzjährig, Gottes Hingabe, Gottes Menschwerdung in Jesus auf sich wirken zu lassen und sich daran zu freuen. Angelus Silesius, ein christlicher Mystiker aus dem 17. Jahrhundert, formulierte einmal den Satz: „Und wäre Christus tausendmal in Bethlehem geboren, und nicht in dir: Du bliebst doch in alle Ewigkeit verloren.

Foto: © haveseen/123RF
Foto: © haveseen/123RF

Ich verstehe das so: Wenn man die Geschichte von der Geburt Jesu unter dem Gesichtspunkt „Es war einmal“ hört, kann sie uns nichts nützen und helfen. Erst wenn wir unser Herz erobern lassen, von der Geschichte der ewigen Liebe, die Gott in Jesus schreibt, kann sie ihre Kraft entfalten und verändert heilsam das Leben eines Menschen. Dann gewinnt er Trost, Halt, die Erfahrung eines Getragenseins, egal was kommt, eine Hoffnung, die auch dem Tod Paroli bietet und über ihn hinaus ins ewige Leben reicht. Es geht um die Christus-Geburt auch in uns als ein ganzjähriges tagtägliches Ereignis.

Also dass wir uns ganzjährig tagtäglich beeindrucken und bewegen lassen von der Hingabe Gottes, so dass wir die göttliche Liebe genießen und sie dann auch durch uns zur Ausstrahlung kommt und die Welt zum Guten verändert. Es geht darum, dass das „Fürchtet euch nicht!“, die „große Freude“ und der „Friede“, die in der Weihnachtsgeschichte mit Blick auf Jesus verkündet werden, erst einmal uns selbst wohltuend erfüllen, uns existenziell ergreifen, und dann auch durch uns Kreise ziehen.

Ich wünsche allen ganzjährig eine solche vertiefte Erfahrung von Weihnachten, die tagtägliche Eroberung des Herzens durch die Liebe Gottes, die in Jesus menschgeworden strahlt und das Leben wohltuend verändert.

Mit herzlichen Grüßen

Ihr/Euer Dr. Volker Menke,
Superintendent des Ev.-luth. Kirchenkreises Peine

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