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08:44 03.01.2019

Liebe Leserinnen, liebe Leser, 

ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, liebe Leser, ich habe das Gefühl, es gibt nur schlechte Nachrichten, wenn ich das Radio oder den Fernseher einschalte. Krieg, Terroranschläge, Flucht, Verfolgung, Mord, Unwetter, verheerende Brände und vieles mehr. Angesichts dieser ganzen furchtbaren Ereignisse frage ich mich oft, gibt es da noch was zu lachen auf unserer Welt? Gibt es noch Vertrauen oder Freude, Frieden und Liebe? Es hört sich so vieles so negativ an und furchtbar deprimierend.

So ähnlich war auch die Situation der Menschen in Israel vor über 2000 Jahren. Das Land war besetzt von den Römern, geknechtet, unterdrückt und ausgebeutet. Krieg herrschte ringsum, Vertreibung, Völkermord, Armut und Hunger, Dürrekatastrophen. Diese Schlagworte sind auch uns heute vertraut. Viele von Ihnen, liebe Leser, haben selbst noch den Krieg und seine Folgen erlebt, waren persönlich davon betroffen, haben vieles durchlebt und durchlitten.


Damals wie heute herrschte Dunkelheit und Finsternis im Leben der Menschen, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit. In dieses Chaos sprach der Prophet Jesaja sein Wort: „Das Volk, das im Dunkeln lebt, sieht ein helles Licht; über denen, die im Land der Finsternis wohnen, strahlt ein Licht auf. Du erregst lauten Jubel und schenkst große Freude … Denn wie am Tag von Midian zerbrichst du das drückende Joch, das Tragholz auf unserer Schulter und den Stock des Treibers. Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns geschenkt.

Foto: © Vladimir Prusakov/123RF
Foto: © Vladimir Prusakov/123RF

Die Herrschaft liegt auf seiner Schulter; man nennt ihn: Wunderbarer Ratgeber, Starker Gott, Vater in Ewigkeit, Fürst des Friedens. Seine Herrschaft ist groß, und der Friede hat kein Ende. Auf dem Thron Davids herrscht er über sein Reich; er festigt und stützt es durch Recht und Gerechtigkeit, jetzt und für alle Zeiten.“

Die Menschen schöpften Hoffnung, warteten und bangten und fragten immer wieder. Und mitten in die hoffnungslose Dunkelheit, mitten in der Nacht, wird in einem ärmlichen Stall in der winzigen Stadt Betlehem ein kleines Kind geboren. Ein Stern steht strahlend hell und klar, weithin sichtbar über dem Ort des Geschehens und weckt die Neugier der Menschen und lockt sie aus ihren Häusern. Wer dieses so besondere Baby ist, erfahren als Erste die Hirten auf dem Feld. Unterprivilegierte, mittellose, verachtete und ausgestoßene Menschen. Das Licht Gottes leuchtet über Ihnen und sie laufen zum Stall und schauen sich das Wunder an.

Aber viele sind auch enttäuscht und lassen die Hoffnung wieder fahren: ein Kind? Was kann ein Kind schon ausrichten? Erst 30 Jahre später wird offenbar, welch ein besonderes Kind da geboren worden ist. Er erzählt von der Freude im Reich Gottes, er spricht Mut zu, prangert Missstände an und heilt von Krankheit. Aber Jesus polarisiert in seinem Handeln, provoziert und eckt an. Nur kurze Zeit nach seinem ersten öffentlichen Auftreten wird er von den Besatzern gefangen genommen, zum Tode verurteilt und gekreuzigt. Alle Hoffnung dahin.

Foto: © Sergii Mostovyi/123RF
Foto: © Sergii Mostovyi/123RF

Aber genau da liegt die Hoffnung und die Aufforderung. Aus dem Holz des Kreuzes wächst der Baum des Lebens. Aus der ärmlichen Krippe erwächst ein großes Vorbild im Einsatz für die Menschlichkeit und den Frieden untereinander. Nichts ist vorbei, Gott schenkt uns das Licht, die Hoffnung mitten in der Dunkelheit. Wir müssen die Chance ergreifen und mutig einstehen für die Freiheit jedes Einzelnen, für den Frieden auf der Welt, gegen Unterdrückung, Terror und Krieg. Wir müssen mit offenen, wachen Augen durch unseren Tag gehen, auf uns selber achten und die Not der anderen sehen. Und das, was wir leisten können, beitragen. Das muss nicht Gold, Weihrauch und Myrrhe sein. Das kann eine Hand zum Aufstehen sein. Das kann ein offenes Ohr für die Geschichte eines Menschen sein, eine heiße Tasse Kaffee für einen Frierenden oder ein freundliches Lächeln für einen Vorübergehenden. Wir müssen bei uns selbst anfangen und nicht darauf warten, dass andere schon etwas machen werden.

Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Familie in diesen stillen Tagen, sprechen Sie, essen Sie, spielen Sie miteinander, fangen Sie bei sich an. Dann tragen Sie voller Freude das Licht der Weihnacht in die Welt hinaus.

Möge Ihnen dieses Licht im kommenden Jahr den Weg weisen, den Weg der Hoffnung, der Freude, der Liebe und Ihnen Mut schenken, gegen das Dunkel anzukämpfen.

Gesegnete Weihnachten und ein gutes, gelungenes Neues Jahr wünscht Ihnen von Herzen.

Petra Zappe,
Gemeindereferentin Katholische Pfarrgemeinde Zu den Heiligen Engeln

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