Menü
Anmelden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland

Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine

Home Sonderthemen Sonstiges TÜV-Nord Peine gibt Tipps zum Reifenwechsel im Herbst
06:40 14.11.2018
Lichtcheck: Andreas Meyer bietet ihn in der Peiner TÜV-Station kostenlos an. FOTO: PRIVAT

Von Birthe Kussroll-Ihle 
 
PEINE. Wie Autofahrer gut und sicher mit Winterreifen durch den Herbst kommen, erklärt Andreas Meyer, Leiter der TÜV-Station Peine. Die TÜV Nord-Group steht als anerkannter Technologie-Dienstleister weltweit für Sicherheit und Vertrauen. Unabhängige Ingenieure und IT-Security-Fachleute bieten Lösungen für Sicherheit und Qualität. In mehr als 70 Ländern stärkt der TÜV Unternehmen und ist Partner bei der Wahrnehmung „ihrer Verantwortung für Menschen, Technologie und Umwelt“.


Möbel Schulenburg Gadenstedt GmbH

Für Fahrzeughalter steht im Herbst der Wechsel auf Winterreifen an – eine gute Gelegenheit, um die Pneus auf Schäden und Materialverschleiß zu überprüfen. Bei allen Reifentypen gilt eine minimale Profiltiefe von 1,6 Millimetern. „Bei Winterreifen sollte eine Mindestprofiltiefe von vier Millimetern nicht unterschritten werden. So bleibt die Bodenhaftung auf matschigen, schneebefallenen Straßen, bestehen“, weiß der TÜV-Experte. Reifen werden nicht nur durch den Abrieb auf der Straße beansprucht.

Meyer erklärt: „Das Material leidet auch unter direkter Sonneneinstrahlung. Durch UV-Strahlung oxidiert das Gummi und wird porös. Da wir in diesem Jahr einen besonders langen und heißen Sommer hatten, lohnt es sich, diesmal genau hinzusehen.“


In über 70 Ländern stärkt der TÜV Unternehmen und ist Partner bei der Wahrnehmung ihrer Verantwortung.


Für den Check sollte man Experten wie die Profis von TÜV-Nord zurate ziehen. Sieht der Reifen noch gut aus und hat ausreichend Profil, kann man ihn noch eine Saison fahren, oder? „Nicht ganz“, weiß Meyer.

„Selbst wenn die Pneus noch einen guten Eindruck machen, empfehle ich einen Wechsel spätestens, wenn sie acht Jahre alt sind. Das Alter eines Reifens lässt sich ganz einfach anhand der DOT-Nummer an der Seite bestimmen“, rät Meyer. Die Abkürzung DOT steht für das „Department of Transportation“, das Verkehrsministerium der USA. Dort muss seit 1980 aufgedruckt sein, wann der Reifen hergestellt wurde. Mittlerweile hat sich die Nummer international durchgesetzt und ist auch bei uns gebräuchlich.

Die vierstellige umrandete Nummer am Ende des Codes gibt Aufschluss darüber, in welcher Woche welchen Jahres der Reifen vom Band gelaufen ist. Beispielsweise wurde ein Reifen mit der Angabe DOT 4218 in der 42. Kalenderwoche 2018 hergestellt. „Auf diese Nummer sollte man auch achten, wenn neue Reifen fällig werden. Ein neuer Satz sollte beim Erwerb nicht älter als drei Jahre sein“, so der TÜV-Experte. Beim Händler sollte man sich daher immer über die DOT-Nummer informieren, um keine Ladenhüter zu kaufen.

Autofahrer erkennen ein dunkel gekleidetes Kind bei Dämmerung im Abblendlicht erst in 25 Meter Entfernung. Wer helle Kleidung trägt, verbessert seine Sichtbarkeit etwas und kann schon ab 40 Metern gesehen werden. Den besten Effekt bringen jedoch reflektierende Materialien. Sie lassen Menschen bereits bei einer Distanz von etwa 130 Metern sichtbar werden. Noch interessanter werden diese Zahlen, wenn man sie ins Verhältnis zum Anhalteweg bei einer Gefahrbremsung setzt. So beträgt der Anhalteweg eines Autos mit Tempo 50 laut Faustformel knapp 28 Meter – zu lang für ein dunkel gekleidetes Kind. Bei 65 km/h erhöht sich der Anhalteweg bereits auf über 40 Meter: Ein Auto würde ein hell gekleidetes Kind also auf den letzten Metern erfassen. Erst reflektierende Materialien erhöhen die Sicherheit signifikant: Selbst bei Tempo 100 kommt der Fahrer bei einer Gefahrbremsung nach 80 Metern – also 60 Meter vor dem Kind – noch zum Stehen. Was viele Autofahrer unterschätzen: Bei schlechten Lichtverhältnissen beträgt ihre Sehschärfe nur noch etwa 20 bis 30 Prozent. Dadurch wird das Risiko für Fußgänger, zu spät gesehen zu werden, noch größer. bik

Alexandra Kruse
Alexandra Kruse

PEINE. Die Herbstgefahren wie Nässe, Laub auf den Straßen und Nebel machen Autofahrern derzeit das Leben schwer. Seit der Zeitumstellung ist es früher dunkel, und das Risiko steigt noch einmal, denn der Berufsverkehr findet nun abends vornehmlich in der Dunkelheit statt. „Das Unfallrisiko für Kraftfahrer ist im Dunkeln nachweislich um 50 Prozent höher als bei Tageslicht, für Fußgänger sogar um 150 Prozent – umso wichtiger ist es, vor allem die kleinen Verkehrsteilnehmer mit heller oder noch besser reflektierender Kleidung auszustatten, damit sie besser sichtbar sind“, sagt die Peinerin Alexandra Kruse vom ADAC Niedersachsen.

Die Gefahr von Wildunfällen steigt jetzt. Denn: Das Wild kennt keine Zeitumstellung. „Auf der Suche nach Futter sind Reh, Hirsch und Wildschwein in der Morgendämmerung unterwegs, und die ist nun etwas früher. Damit fällt sie zunächst verstärkt in den Berufsverkehr. Bei den Autofahrern ist deshalb eine erhöhte Aufmerksamkeit gefragt“, so Kruse. In Niedersachsen gab es im Jagdjahr 2016/2017 immerhin 32 220 Wildunfälle – vor allem bei Reh- und Schwarzwild sei die Tendenz steigend. Noch bis Ende November ist die Gefahr von Wildunfällen besonders groß, die Wildwechselschilder sollten daher unbedingt beachtet und die Geschwindigkeit angepasst werden, rät Kruse.

Kommt es wegen Nebel zu eingeschränkter Sicht, dann gilt: Fuß vom Gas, Abstand halten und Licht an. Oft reagiert die Lichtautomatik bei dichtem Nebel nicht, hier empfiehlt es sich, das Licht manuell am Schalter auf Fahrtlicht umzustellen. „Nebelschlussleuchten dürfen nur bei Sichtweiten von weniger als 50 Metern genutzt werden, da sonst nachfolgende Fahrzeugführer geblendet werden könnten“, erklärt die ADAC-Sprecherin. Ihr Tipp: Als Orientierung kann man den Abstand der Leitpfosten nutzen, denn dieser beträgt in der Regel 50 Meter. Auch durch tiefen Sonnenstand und nasse Fahrbahnen können Autofahrer geblendet werden.

Achtung bei sogenanntem Bauernglatteis: Verlorenes Erntegut und Erdklumpen, aber auch dicke Laubschichten können die Straßen bei Regen oder Nebel schnell in eine schmierige Rutschbahn verwandeln.

Vor allem Motorradradfahrer sollten darauf achten. Auch hier ist der beste Rat: Geschwindigkeit drosseln und riskante Überholmanöver vermeiden. bik


3
/
3
Datenschutz