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11:57 14.03.2019
Tanzen bringt in Schwung.
HAGE-Bauelemente
Ellen Wichmann Heilpraktikerin für Psychotherapie
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Immer mehr Peiner zieht es auf die Tanzfläche. Dabei sind es nicht nur die Jungen, die sich flott über das Parkett bewegen. Auch das höhere Semester tanzt und bewegt sich im Sitzen zu schöner Musik. Denn das Tanzvergnügen kennt keine Grenzen!

Kaum spielt die Musik, beginnen die Füße, sich über den Hallenboden zu bewegen. Im Kreis an den Händen fassend geht es im Takt erst einen Schritt nach rechts, dann nach links, zusammen in die Mitte und wieder auseinander. Konzentriert sind die Tänzerinnen des Tanzkreises beim VfL Woltorf bei der Sache, bis der letzte Ton verklungen ist. Immer dienstags bewegen sich die Damen im Alter zwischen 50 und 80 Jahren eineinhalb Stunden unter der Leitung von Walburga Gillgasch zu Folkloremusik aus aller Herren Länder.

Leichte Rounds und Kontratänze sind ebenso dabei wie Squares und Quadrillen. „Das Tanzen in der Gruppe macht Spaß“, sagt Elfriede Lieke, „und wir tun etwas für unsere Gesundheit.“ Auch wenn bei manch einer das eine oder andere Zipperlein zwickt, tut dies der Freude keinen Abbruch, da darauf stets Rücksicht genommen wird. Doch das Beste am Tanzkreis ist, da sind sich alle Frauen einig, dass keiner einen festen Partner mitbringen muss. „Wir machen uns unsere Männer selbst“, sagt Karla Sukopp lachend und zeigt auf ihre rote gehäkelte Kette – das Erkennungszeichen für den männlichen Part.

Walburga Gillgasch macht sich fürs Tanzen stark.
Walburga Gillgasch macht sich fürs Tanzen stark.

Herzlich willkommen!

Tanzkreise werden von den Sportvereinen, Kirchengemeinden und dem Deutschen Roten Kreuz angeboten. Kurse für Standardtänze für Best Ager +/– 60 bietet die Tanzschule Wiesrecker. Für Mitarbeitende im sozialen Dienst bietet die KVHS am 19. März 2019 ein Seminar zum Erlernen von Sitztänzen an. Anmeldungen direkt dort.

Tanzcafé weckt Lebensgeister

Leitet Tanzgruppen: Walburga Gillgasch.
Leitet Tanzgruppen: Walburga Gillgasch.

Dass Tanzen im Alter noch lange nicht out ist, beweist das beliebte Tanzcafé für Senioren. Viermal im Jahr laden die Tanzschule Wiesrecker und die Qualivita Senioreneinrichtungen das ältere Semester zu Musik, Tanz und Unterhaltung in die Tanzschule am Schwarzen Weg ein. Rund 80 Senioren genießen die bunten Vorführungen der Kindertanz- und Hip-Hop-Gruppen aus dem Hause Wiesrecker. Anschließend wird mit großer Freude bei flotten Hits von Udo Jürgens bis Andrea Berg unter der Moderation von Gert Wiesrecker getanzt. Wer nicht mobil ist, wird vom Wiesrecker-Team und den Pflegekräften zum Mitmachen animiert. Denn auch im Sitzen, mit dem Rollator und dem Rollstuhl lässt sich tanzen. Die Begeisterung steckt an.

„Wir erleben immer wieder, dass Menschen, die sonst überwiegend im Rollstuhl sitzen, plötzlich auf der Tanzfläche stehen und mit einem Partner tanzen“, sagt Yvonne Heye, stellvertretende Pflegedienstleiterin Tagespflege im Seniorenzentrum Am Herzberg. Oftmals steckt bei den Älteren noch das Tanzfieber in den Beinen, haben sie doch in ihrer Jugend regelmäßig geschwoft. „Gerade Menschen mit Demenz erinnern sich beim Singen und Tanzen an vergessen geglaubte Lieder und machen mit“, weiß Yvonne Heye.

Info: Das Tanzcafé ist offen für alle Senioren. Das nächste findet statt am 23. April 2019, 14.30 Uhr. Wer mitmachen möchte, sollte sich rechtzeitig im Seniorenzentrum Am Herzberg unter 05171 98810 anmelden.

„Seniorentanz ist ErlebniSTanz“

Walburga Gillgasch ist mit Leib und Seele Tanzleiterin verschiedener Tanzgruppen im Kreis Peine. Als ausgebildete Seniorentanzleiterin, Ausbildungsreferentin für Seniorentanz und Schatzmeisterin beim Bundes- und Landesverband Seniorentanz e. V. weiß sie um die Vorteile des Tanzens im höheren Alter.

Frau Gillgasch, was unterscheidet den Seniorentanz von anderen Tänzen?

Mit unseren Angeboten gehen wir auch auf die Beeinträchtigungen der älteren Menschen ein und holen die Teilnehmer dort ab, wo sie stehen. Einige haben Probleme in Knien oder Hüften und deshalb Schmerzen beim Gehen oder Bücken. Anderen wird manchmal schwindelig beim Drehen oder Richtungswechsel. Auch leidet im Alter häufig das Gedächtnis. Darauf gehen wir bei der großen Auswahl der Tänze und der Durchführung ein.

Wie sieht das konkret aus?

Bei unseren Tänzen auf der Fläche gibt es keine schnellen Drehungen, Sprünge, starkes Aufstampfen oder anstrengende Ballen- und Fersenschritte. Jeder führt seine Schritte so aus, wie es ihm am bequemsten ist. Wer also Probleme beim Drehen hat, macht die Schritte am Platz. Keiner muss Angst haben, die Figuren komplett auswendig zu lernen. Denn das Besondere beim Seniorentanz ist das rhythmische Sprechen zum Einüben der Schrittkombinationen. Die Freude am Mitmachen steht im Vordergrund. Deshalb sprechen wir lieber vom ErlebniSTanz statt vom Seniorentanz.

Tanzen kennt keine Raumbegrenzung.
Tanzen kennt keine Raumbegrenzung.

Und was ist, wenn Füße und Beine nicht mehr wollen?

Wer nicht mehr gut stehen oder gehen kann, muss auf das Tanzvergnügen nicht verzichten. Denn auch im Sitzen oder mit dem Rollator kommt der Körper in Schwung. Dabei arbeite ich gezielt darauf hin, dass der ganze Körper beansprucht wird. Damit die Freude an der Bewegung nicht zu kurz kommt, nutze ich zusätzlich Rasseln, Tücher oder Klanghölzer.

Welche gesundheitlichen Vorteile hat das Tanzen im Alter?

Kaum ein anderer Sport wirkt so ganzheitlich wie Tanzen. Die Tanzschritte halten Muskeln und Gelenke beweglich und trainieren die Koordination. Das schafft Trittsicherheit und verringert das Sturzrisiko. Das Merken der Schrittfolgen und das Umsetzen der Anweisungen trainieren das Gedächtnis. Und der für den Seniorentanz typische Partnerwechsel fördert soziale Kontakte und schafft ein Gemeinschaftsgefühl. Das Schöne ist: Man merkt gar nicht, dass man sich anstrengt. Denn Musik und Rhythmus wecken die Lebensgeister und heben die Laune. Am Ende gehen fast alle beschwingt nach Hause.

1. ErlebniSTanz in Peine

Der Landesverband Niedersachsen im Bundesverband Seniorentanz lädt am 8. September 2019 Tanzleiter, -leiterinnen und -interessierte zu einem Seminar in das Schützenhaus ein. In zahlreichen Workshops können die Teilnehmer Tänze ausprobieren. Informationen bei den Projektleitern. Text: Beate Ebbers

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