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Home Sonderthemen Rund ums Auto Schadenfreiheitsrabatt retten – so geht´s
05:41 21.01.2019
Nach einem Unfall gibt es viel zu regeln. Foto: ©istockphoto/Tom Merton

Ein Unfall ist immer ärgerlich. Erst gibt es Stress mit dem Unfallgegner, dann reißt die Reparatur ein kräftiges Loch ins Budget, und zum Schluss stuft die Versicherung den Autofahrer nach der selbst verschuldeten Karambolage noch im Schadenfreiheitsrabatt zurück. Die Versicherungsprämie im Folgejahr steigt um ein erkleckliches Sümmchen.

Zur Erinnerung: Mit dem Schadenfreiheitsrabatt belohnen Versicherer Autofahrer, die unfallfrei unterwegs sind. Wer ohne Blessuren durchs Jahr gekommen ist, klettert eine Stufe höher und spart Geld. Das Rabattsystem gibt es in der Haftpflicht- und in der Vollkaskoversicherung, also für Risiken, die der Autofahrer selbst beeinflussen kann. Jede Versicherung hat ihr eigenes System.

Die schlechte Nachricht: Einmal runtergestuft dauert es mehrere Jahre und viel Geld, bis man wieder auf dem Niveau landet, auf dem man vor dem Unfall eine günstige Prämie erfahren hatte. Die gute Nachricht: Es gibt Möglichkeiten, den Rabatt zu retten.

Schaden selbst zahlen

Es lohnt sich, bei kleineren Reparaturen den Schaden selbst zu bezahlen – rein rechnerisch eine nicht ganz einfache Sache. Sogenannte Rückkauf-Rechner, unter anderem von den Versicherern selbst, geben Hilfe. Die spucken aus, bis zu welcher Summe das Zahlen Sinn macht. Der Autofahrer hat nach der Schadenmeldung dann je nach Anbieter ein halbes bis ein Jahr Zeit, den Schaden „zurückzukaufen“. Das klappt allerdings nur, wenn innerhalb eines Jahres nur ein Schaden reguliert wurde.


Rabattschutz abschließen

Der Rabattschutz ist eine Option, die Autofahrer in der Haftpflicht- und Kaskoversicherung zusätzlich buchen und damit eine Rückstufung des Schadenfreiheitsrabattes nach einem selbst verschuldeten Unfall verhindern können. Die Verkehrssünder haben damit mindestens einen Schaden pro Jahr frei. Die Konditionen der Versicherungen variieren und stehen in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB).

In älteren Verträgen schützt ein

Rabattretter vor dem Prämienanstieg. Er gilt ab Schadenfreiheitsklasse 25. Der Unfallfallverursacher wird dabei nur soweit heruntergestuft, dass die Prämie nicht steigt. Weil in höheren Schadenfreiheitsklassen der Beitragssatz oftmals gleich ist, rutscht man eventuell eine Klasse tiefer, zahlt aber denselben Betrag.

Versicherung wechseln

Nach einem Unfall können Versicherer und Versicherte den Vertrag kündigen. Die Rückstufung schlägt bei einem neuen Anbieter eventuell nicht so sehr ins Kontor. Es ist also einen Check auf den Internetportalen wert, den Anbieter zu wechseln.


Nicht immer übernimmt der Automobilclub die Abschleppkosten. Foto: dtd/thx
Nicht immer übernimmt der Automobilclub die Abschleppkosten. Foto: dtd/thx

Die kostenlose Abschlepphilfe gehört zu den beliebten Services, die Automobilclubs ihren Mitgliedern anbieten. Allerdings kann man sich nicht immer darauf verlassen. Vor allem dann nicht, wenn Alkohol im Spiel ist. Unfälle können jederzeit und überall passieren. Sie sind immer ein Drama. Wer damit konfrontiert wird, freut sich üblicherweise über jede Dienstleistung, die ein Automobilclub für solche Fälle anbietet. Allerdings gelten diese nicht für jeden Fall – wie bei unerlaubtem Alkoholkonsum.

Ein Beispiel dafür ist eine Entscheidung des Amtsgerichts München vom Februar 2016, das vom Deutschen Anwaltsverein publiziert wurde.

Was war geschehen? Ein Mitglied eines großen deutschen Automobilclubs hatte einige alkoholisierte Drinks zu viel getrunken und war mit 1,41 Promille im Blut zu schnell unterwegs. Er kam von der Fahrbahn ab und stieß mit einem parkenden Auto zusammen. Sein Auto wurde abgeschleppt. Zunächst reichte er die Kosten in Höhe von 246,76 Euro bei seiner Vollkaskoversicherung ein. Als diese sich weigerte, für den Abschleppdienst aufzukommen, wandte er sich mit derselben Forderung an seinen Automobilclub. Als er auch hier ein „Nein“ als Antwort bekam, ging er in die nächste Runde und erhob Klage. Seine Begründung: Er sei zuvor nicht von seinem Automobilclub über diese Einschränkung in der Dienstleistung informiert worden.

Das Amtsgericht München gab dem Automobilclub Recht. In diesem Fall hatte der Fahrer durch den übermäßigen Alkoholkonsum den Unfall verursacht und damit gegen seine Pflichten verstoßen. Gleichzeitig sei der Automobilclub dazu berechtigt, die Übernahme von Kosten seiner Mitglieder bei grob fahrlässigen und vorsätzlich herbeigeführten Unfällen auszuschließen. Es gäbe keinen Grund, die Einschränkung der Mitgliedschaftsbedingungen inhaltlich zu beanstanden. Wer Mitglied in einem Automobilclub wird, ist verpflichtet, sich über seine Rechte zu informieren. (dtd)

Panne auf der Autobahn – die Spielregeln

Tragödie auf der A 67 bei Büttelbronn in Hessen: Ein Mann steigt nach einer Panne im Dunkeln aus seinem unbeleuchteten Auto, wird von mehreren Fahrzeugen gestreift und schließlich zweimal überfahren. Es war der zweite tödliche Unfall dieser Art binnen einer Woche im April und leider kein Einzelfall. Im Jahr 2016 verunglückten auf deutschen Autobahnen 30 Fußgänger tödlich, 31 wurden schwer verletzt. Eine Panne kann jeden erwischen. Passiert sie auf der Autobahn, sind die Folgen mitunter schwerwiegend. Vorausgesetzt, die Insassen missachten folgende wichtige Sicherheitsregeln:

• Kündigt sich die Panne an, sollte schnellstmöglich der nächste Parkplatz oder eine Pannenbucht angesteuert werden.

• Wer auf dem Seitenstreifen zu stranden droht, schaltet die Warnblinker an und hält so nah wie möglich rechts auf der Pannenspur.

• Alle Insassen legen Warnwesten an, steigen auf der Beifahrerseite aus und begeben sich unverzüglich hinter die Leitplanke. Obwohl in Deutschland unabhängig von der Zahl der Mitreisenden nur eine Warnweste vorgeschrieben ist, sollte für jeden Insassen eine an Bord sein.

• Zur Absicherung des Pannenfahrzeugs wird das Warndreieck ganz rechts am blockierten Streifen aufgestellt – auf der Autobahn mindestens 150 Meter vor dem liegengebliebenen Auto. Orientierung geben die Leitpfosten, die im Abstand von 50 Metern am rechten Fahrbahnrand stehen.

• Reicht die Zeit nicht mehr, auf dem rechten Seitenstreifen zu parken, bleiben die Insassen natürlich hinter der Leitplanke auf der linken Seite.

Jetzt wird der Pannendienst informiert. Wichtig sind Informationen über den Standort und die Fahrtrichtung, leicht zu ermitteln über das GPS im Navi oder Smartphone. Wer es noch bis zu einer Notrufsäule geschafft hat, braucht nur den Hilferuf zu aktivieren, der Standort wird automatisch übermittelt.

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