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Home Sonderthemen Sport/Vereinsleben Das erfolgreiche Fußballidyll
16:10 27.08.2018
Ging fast bei der WM auf Torejagd: Nils Petersen stand im vorläufigen Kader, wurde dann jedoch aussortiert.

Der Hitzfeld-Check

Ganz ehrlich: Wenn der SC die Klasse hält, ist Christian Streich für mich automatisch immer der Trainer des Jahres. Da steckt so viel Energie, so viel Kraft und Mut hinter seiner Arbeit, dass es mich immer aufs Neue beeindruckt. Die Freiburger leben von der Mentalität ihres Trainers. Streich ist ein Vulkan, der nicht aufhört, zu brodeln.

Das Bundesliga-Geschäft ist geprägt von Geld, Erfolgsdruck und großer Hektik. In Freiburg ticken die Uhren anders. An der Dreisam gibt es noch eine Art Fußballidyll, das beweist, dass es eigentlich gar nicht so viel braucht, um in der Bundesliga bestehen zu können. Ein Trainer, der den SCF wie sonst keiner verkörpert, eine vorbildliche Nachwuchsabteilung und ein funktionierendes Team reichen schon. „Menschlich sind alle auf einer Wellenlänge, es ist wie eine große Familie“, staunte Bremen-Zugang Jérôme Gondorf schon nach wenigen Wochen. Ehrlicher als in Freiburg wird in der Bundesliga wohl nirgendwo Fußball gespielt – auch deswegen sind sich Jahr für Jahr alle im Geschäft darüber einig, dass man sich über den Klassenerhalt der Freiburger ruhig freuen darf.



Vieles hängt am Trainer, das war in Freiburg schon immer so. Christian Streich spielte für den SCF, war dann dort als Jugendtrainer tätig, jetzt coacht er die Profis schon sechseinhalb Jahre. 2013 sagte er dem FC Schalke 04 ab. Nach der Entlassung von Carlo Ancelotti wurde Streich in der vergangenen Saison sogar als möglicher Trainer des FC Bayern München gehandelt. Doch nichts scheint den emotionalen 53-Jährigen aus seinem Fußballidyll weglocken zu können.


15 Ligatreffer erzielte Nils Petersen vergangene Saison und war damit bester deutscher Schütze.


Wahrscheinlich nur in Freiburg ist es für einen Bundesliga-Trainer möglich, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren. Kaum Autogramm- und Selfiejäger, keine Menschenmassen. In Freiburg läuft es so familiär ab, dass Streichs achtjähriger Sohn Carlos nach Heimspielen häufig seinen Vater zu den Pressekonferenzen begleitet.

Streich lebt für seinen Klub. Fühlt er sich und sein Team benachteiligt, wird er zum Trainervulkan. Vergangene Saison hat er gegenüber Schiedsrichter Tobias Stieler „ein Schimpfwort benutzt“ und musste dafür 15 000 Euro bezahlen. 

Obere Reihe (v. l.): Pascal Stenzel, Christian Günter, Florian Kath, Janik Haberer, Dominique Heintz, Philipp Lienhart, Keven Schlotterbeck, Tim Kleindienst, Robin Koch, Nils Petersen, Florian Niederlechner, Manuel Gulde, Lucas Höler. 2. Reihe: Busfahrer Stefan Spohn, Zeugwart Max Beckmann, Mannschaftsärzte Helge Eberbach und Gerrit Bode, Brandon Borrello, Caleb Stanko, Nicolas Höfler, Lukas Kübler, Mike Frantz, Luca Waldschmidt, Trainer Christian Streich, Co-Trainer Lars Vossler, Patrick Baier und Florian Bruns. Vorn: Physiotherapeuten Uwe Vetter, Markus Behrens und Torge Schwarz, Patrick Kammerbauer, Yoric Ravet, Mark Flekken, Alexander Schwolow, Jérôme Gondorf, Marco Terrazzino, Torwarttrainer Andreas Kronenberg, Athletiktrainer Daniel Wolf, Physiotherapeut Florian Mack.
Obere Reihe (v. l.): Pascal Stenzel, Christian Günter, Florian Kath, Janik Haberer, Dominique Heintz, Philipp Lienhart, Keven Schlotterbeck, Tim Kleindienst, Robin Koch, Nils Petersen, Florian Niederlechner, Manuel Gulde, Lucas Höler. 2. Reihe: Busfahrer Stefan Spohn, Zeugwart Max Beckmann, Mannschaftsärzte Helge Eberbach und Gerrit Bode, Brandon Borrello, Caleb Stanko, Nicolas Höfler, Lukas Kübler, Mike Frantz, Luca Waldschmidt, Trainer Christian Streich, Co-Trainer Lars Vossler, Patrick Baier und Florian Bruns. Vorn: Physiotherapeuten Uwe Vetter, Markus Behrens und Torge Schwarz, Patrick Kammerbauer, Yoric Ravet, Mark Flekken, Alexander Schwolow, Jérôme Gondorf, Marco Terrazzino, Torwarttrainer Andreas Kronenberg, Athletiktrainer Daniel Wolf, Physiotherapeut Florian Mack.

Apropos Geld: Für den talentierten aber oft ungestüm agierenden Verteidiger Caglar Söyüncü kassierte Freiburg 21,1 Mio. Euro vom Premier-League-Klub Leicester. Manche Angebote kann der kleine Verein nicht ablehnen.

Streich findet dennoch ein eingespieltes Team vor. Und das dürfte mit Spielern wie Fast-WM-Fahrer Nils Petersen und dem von der halben Liga gejagten Verteidiger Dominique Heintz (aus Köln) mal nicht zu den größten Abstiegskandidaten zählen.

SCHNELLCHECK

Heim
Heim
Auswärts
Auswärts


Schwarzwald-Stadion
Eröffnung: 1954
Kapazität: 24 000


Luca Waldschmidt
Hamburger SV, 5 Mio.
Dominique Heintz
1. FC Köln, 3 Mio.
Philipp Lienhart
Real Madrid, 2 Mio. (zuvor geliehen)
Jérôme Gondorf
Werder Bremen, 1,3 Mio.
Mark Flekken
MSV Duisburg, 0,8 Mio.


Caglar Söyüncü
Leicester City, 21,1 Mio.
Mats Möller Daehli
FC St. Pauli, 0,6 Mio. (zuvor verliehen)
Aleksandar Ignjovski
1. FC Magdeburg, 0,6 Mio.
Rafal Gikiewicz
Union Berlin, 0,15 Mio.
Lucas Hufnagel
Unterhaching, 0,1 Mio. (zuvor an Nürnberg verliehen)
Vincent Sierro
St. Gallen, Leihe, 0,1 Mio.
Mohamed Dräger
SC Paderborn, Leihe, 0,075 Mio.
Marc Oliver Kempf
VfB Stuttgart, ablösefrei
Georg Niedermeier
Melbourne Victory, ablösefrei
Karim Guédé
SV Sandhausen, ablösefrei
Patric Klandt
1. FC Nürnberg
Julian Schuster
Karriereende
Gaëtan Bussmann
Mainz 05, Leih-Ende
Bartosz Kapustka
Leicester City, Leih-Ende


Einnahmen: 22 725 000 Euro
Ausgaben: 12 100 000 Euro
Summe: 10 625 000 Euro



Christian Streich (53) ist seit insgesamt 23 Jahren Trainer beim SC Freiburg, seit sechseinhalb Jahren bei der Profimannschaft. Er besitzt aber auch außerhalb des Breisgaus Kultstatus. Streich äußert sich regelmäßig zu politischen und sportlichen Themen. 2017 wurde er vom „Kicker“ zum Mann des Jahres gewählt.

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