Menü
Anmelden
Wetter Gewitter
23°/13°Gewitter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland

Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine

Home Sonderthemen Haus&Garten Ein Festtag für Peine:
11:19 05.12.2019
Blick vom Schützenplatz auf das Rathaus am Einweihungstag. Foto: Trexler
Auszug aus der Gästeliste zur Feierstunde am 30. September 1960 in den „Peiner Festsälen“ und der Festtafel im Saal der „Schützengilde“ aus Anlass der Rathauseinweihung:

- Landtagspräsident Olfers
- Innenminister Bennemann
- Landtagsvizepräsident Langeheine
- Staatssekretär Dr. Wegner
- Ministerialdirigent Nouvortne
- Regierungspräsident Dr. Suermann
- Bundestagsabgeordneter Enk
- Regierungsdirektor Freise
- Oberstadtdirektor Wiechert – Hannover
- Oberbürgermeisterin Fuchs – Braunschweig
- Oberbürgermeister Dr. Boyken – Hildesheim
- Stadtdirektor Gerlach – Helmstedt
- Bürgermeister Thomas – Gifhorn

Jede Stadt weiß um den Wert ihrer Geschichte, die sie pflegen muss, um künftigen Anforderungen gewachsen zu sein. Zu den Marksteinen dieser Geschichte gehören herausragende Ereignisse, zu denen auch hohe Geburtstage wie die nahende 800-Jahr-Feier im Jahre 2023 zählen. Mit Fug und Recht darf die Einweihung des neuen Peiner Rathauses am 30. September 1960 in die Marksteine der Peiner Stadtgeschichte eingereiht werden.

Das im Jahre 1827 für die seinerzeit 3000 Einwohner errichtete alte Rathaus am Markt mit seinen in späterer Zeit hinzugekommenen weiteren Außenstellen war für die öffentlichen Dienstleistungen längst zu klein geworden. Die verwaltungsmäßigen Versorgungs- und Betreuungsbedürfnisse der nach 1945 auf 30.000 Einwohner angewachsenen Stadtbevölkerung erforderten schon seit einer Reihe von Jahren einen zeitgemäßen den Verwaltungsleistungen entsprechenden Neubau. Wer hätte es wohl am Ende des Zweiten Weltkrieges in Peine für möglich gehalten, dass bereits 15 Jahre später ein Rathausneubau errichtet werden sollte, der in Modernität und Repräsentanz neue Maßstäbe für Klein- und Mittelstädte in Niedersachsen setzte? Hierfür mussten allerdings die alte Schützengilde und ein kleiner Teil des Werderparks am Schützenplatz weichen.
    

Ich erinnere mich noch sehr genau an diesen bedeutsamen Tag. Nach der vierten Schulstunde verkündete der seinerzeitige Oberstudiendirektor des Peiner Ratsgymnasiums, Dr. Karl-Heinz Holst, von höchster Stelle der Pausenhoftreppe den vorzeitigen Schulschluss. Seine dann folgenden Sätze sind mir in Erinnerung geblieben: „Ich möchte allen Schülern Gelegenheit geben, an der Einweihung unseres neuen Peiner Rathauses teilzunehmen. Eine Rathauseinweihung wird für die meisten Menschen ein einmaliges Lebenserlebnis bleiben.“

Der Weg zum Schützenplatz war kurz, so dass wir noch rechtzeitig zur feierlichen Übergabe eintreffen konnten. Eine große Zuschauermenge hatte sich bereits in einem weiten Halbkreis vor dem neunstöckigen Neubau eingefunden. Die Fahnen vieler niedersächsischer Städte am Rande des Schützenplatzes gaben der Besonderheit des Tages Ausdruck. Die Flaggen der Bundesrepublik Deutschland, des Landes Niedersachsen und der Peiner Patenstadt Ottmachhau waren vor dem neuen Rathaus bereits aufgezogen worden, als bei einem auf die Stadt Peine ausgebrachten „Hoch“ nun auch die grün-rote Stadtfahne am noch freien Fahnenmast unter dem Beifall der Menge gehisst wurde.

Die vereinigten Peiner Chöre unter Leitung von Diplom-Musiklehrer Eugen Kupries umrahmten die folgenden kurzen Festansprachen von Bürgermeister Hans Gallinis, Stadtdirektor Dietrich Wilde und den kirchlichen Vertretern. Die vom Bürgermeister genannten Gesamtbaukosten von 3,8 Millionen Deutsche Mark verblassten in Anbetracht der Feierlichkeit des Augenblicks. Nach der symbolischen Schlüsselübergabe des Architekten Martin Düker an den Peiner Stadtdirektor konnten die zahlreichen Gäste einen ersten Eindruck von dem imposanten Gebäude gewinnen. 112 moderne und lichtdurchflutete Büroräume, ein repräsentatives Foyer, ein auch von den Farben beeindruckender großer Sitzungssaal und nicht zuletzt ein ansprechender Ratskeller wurden von den ersten Besuchern anerkennend bestaunt. Die Sachlichkeit, Formschönheit und Lichtfülle der neuen Räume, die ich als 15-jähriger Tertianer an diesem Einweihungstag wahrnahm, sind mir als besondere Eindrücke bis heute im Gedächtnis geblieben. Im Unterschied zum einige Jahre vorher fertiggestellten Kreishaus am Burgberg empfand ich den Rathausneubau am Einweihungstag als faszinierenden Glaspalast.

Seither sind fast 60 Jahre vergangen. Damals hätte ich nicht geglaubt, dass mir dieser repräsentative Neubau aufgrund meiner 34-jährigen Ratsmitgliedschaft einmal sehr vertraut sein würde. Manche Umbau- und Ausbaumaßnahmen sind in späteren Jahren erfolgt. Den gemütlichen Ratskeller mit seiner guten Gastronomie gibt es nicht mehr. Eines ist das neue Rathaus aber geblieben: Ein weithin sichtbarer Ausdruck des Stolzes kommunaler Selbstverwaltung in einem demokratisch verfassten Gemeinwesen.

Hans-Hinrich Munzel
         

Foto: Ginasanders/123RF
Foto: Ginasanders/123RF

Betriebskostenabrechnungen und Anforderungen auf Anpassung der Betriebskostenvorauszahlungen werden bei den sprunghaft steigenden Nebenkosten immer schwieriger. Unser HWG-Kooperationspartner Frank Behlendorf kann Ihnen diese Arbeit abnehmen. Interessierte Mitglieder können sich unmittelbar mit Herrn Frank Behlendorf, Friedhofsweg 8, 31228 Peine, Telefon 05171 2959112 oder E-Mail ibs.behlendorf@gmail.com in Verbindung setzen. Er erstellt für Sie auf Wunsch auch das Wohnungs abnahmeprotokoll beim Mieterwechsel. Die hierfür entstehenden Kosten betragen zuzüglich Mehrwertsteuer:

Betriebskostenabrechnung

Grundgebühr für das erste Jahr 45 Euro
Grundgebühr für weitere Jahre 35 Euro
Zuschlag für jede Mieteinheit 25 Euro
Stundenverrechnungssatz zusätzlich
bei ungeordneten Unterlagen 30 Euro

Wohnungsabnahmeprotokoll 150 Euro

3
/
15
Anzeige
Datenschutz