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Home Sonderthemen Aus der Geschäftswelt Aus der Not eine Tugend machen: Onlineveranstaltungen in Peine werden mehr
15:17 15.09.2020
Der virtuelle Messestand der Gemeinde ilsede gibt Einblick in das vielfältige angebot.

Messen, Kongresse, Branchentreffen, Seminare und Speaking-Events haben in den vergangenen Jahren sowohl in ihrer Anzahl als auch ihrer Größe stark zugenommen. Gab es früher im deutschsprachigen Raum vereinzelt Events mit ein paar Hundert Teilnehmern, so gab es zuletzt vor der Corona Krise Phasen, in denen sich zahlreiche Veranstaltungen pro Woche mit mehreren Tausend Teilnehmern überschnitten haben.

Der Veranstaltungsmarkt in Deutschland hat in 2018 erstmalig die Grenze von 5 Milliarden Euro überschritten. Immer mehr Menschen begeistern sich dafür, sich fortzubilden, inhaltlich substanziell unterhalten zu lassen und gezielt mit Themen auseinanderzusetzen, statt sich vom Fernsehen „berieseln“ zu lassen.

Seit vergangenem März ist dieser Trend aber erst einmal wieder vorbei. Zahlreiche bereits ausverkaufte Veranstaltungen wurden wegen der Corona-Pandemie auf unbekannte Zeit verschoben oder gar ganz abgesagt – ebenso wie Messen unterschiedlichster Art.  

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AUS DER HALLE INS NETZ

Einige Veranstalter haben allerdings auch auf Onlineevents umgeschwenkt, denn mehr und mehr wird bewusst: Das, was Hunderte oder gar Tausende Menschen in einer Messehalle begeistert, lässt sich technisch oft auch im Internet umsetzen. Aktuelles Beispiel im Peiner Land dafür ist die Ilseder Jobbörse, die in diesem Jahr kurzerhand aus der Gebläsehalle, in der sie in den vergangenen drei Jahren stattgefunden hatte, auf ein virtuelles Messegelände ins Internet „umzog“. – Mit Erfolg, denn schon wenige Tage nach Veröffentlichung der Idee hatten sich zahlreiche Unternehmen zu dem Event, das die Gemeinde Ilsede gemeinsam mit der Peiner Allgemeinen Zeitung (PAZ) auf die Beine stellte, angemeldet, um Arbeitssuchenden, Absolventen, Jobwechslern und Rückkehrern eine Plattform für die Job- oder Ausbildungsplatzsuche ohne Ansteckungsgefahr zu bieten. Denn vom heimischen Sofa aus konnten die Interessenten nun per Tablet, Laptop, Smartphone oder auch PC zu jedem beliebigen Zeitpunkt rund um die Uhr ihren ganz persönlichen Messerundgang realisieren.

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KEINE PLATZPROBLEME

„Eine optimale Gelegenheit auch für kleinere Betriebe wie zum Beispiel Handwerker, sich zu präsentieren“, zeigte sich Ilsedes Bürgermeister Otto-Heinz Fründt (SPD) bei den Planungen begeistert. Schließlich sei für viele Firmen der Aufwand für eine reale Messe einfach zu groß, und nicht selten fehlten auch die Ressourcen. Zudem gebe es im Internet keine Platzprobleme: „Es können fast beliebig viele Betriebe mitmachen, und auch die Besucherzahl unterliegt keinen Einschränkungen“, verdeutlichte er.

So können sich die beteiligten Unternehmen seit vergangenem Donnerstag, also an dem Tag, an dem die reale Messe geplant war, noch bis zum 16. September rund um die Uhr auf ihrem virtuellen Messestand präsentieren. Die Messegäste können kommen, wie es für sie am günstigsten ist: Einmal oder mehrmals, morgens, mittags, abends oder auch nachts – der Zutritt ist kostenlos und jederzeit möglich. „Es sollen ja insbesondere junge Leute angesprochen werden. Mit dieser Form der Präsentation gelingt das womöglich sogar besser, weil sie deren Gewohnheiten aufgreift. Jugendliche sind ja sehr viel im Netz unterwegs und informieren sich dort“, sagt Fründt, der hofft, dass die Betriebe auch jetzt ausbilden: „Es wird eine Zeit nach Corona geben, und da werden Fachkräfte dringend gebaucht.“

Haben die virtuelle Jobbörse gemeinsam auf die Beine gestellt ( v. l. ): Carsten Winkler, Hans-Joachim Föste, Joline Seiler, Otto-Heinz Fründt, Jens Brandes, Florian Fliegel. Foto: Kerstin Wosnitza
Haben die virtuelle Jobbörse gemeinsam auf die Beine gestellt ( v. l. ): Carsten Winkler, Hans-Joachim Föste, Joline Seiler, Otto-Heinz Fründt, Jens Brandes, Florian Fliegel. Foto: Kerstin Wosnitza

SIMPLE STANDPLANUNG

Das Mitmachen war für Betriebe günstig und ganz einfach: Schon ab 199 Euro für das Basispaket konnten sie einen virtuellen Stand für die ganze Woche mieten. Besondere Computerkenntnisse brauchten sie dabei nicht. Für den „Aufbau“ der Stände sorgte die PAZ, lediglich das Material dafür musste zur Verfügung gestellt werden. „Das ist aber in der Regel ohnehin vorhanden“, weiß PAZ-Anzeigenleiter Carsten Winkler.

Logos, ein Steckbrief mit den wichtigsten Eckdaten zum Unternehmen, natürlich Infos über offene Stellen und angebotene Ausbildungsplätze, Hinweise zu Anforderungen an potenzielle Bewerber, eventuell ein Link zur Homepage – viel mehr brauchten die „Aussteller“ nicht, um einen attraktiven Stand erstellen zu lassen. Der Fantasie waren dabei keine Grenzen gesetzt, und auch Imagefilme, Livechat, Sprechstunden oder weitere Verlinkungen waren möglich.

Die Möglichkeiten sind so vielfältig, dass die Organisatoren sich vorstellen können, dass es nicht bei einer einmaligen Aktion bleibt: „Es ist gut vorstellbar, dass wir künftig sogar zweigleisig fahren“, blickt Hans-Joachim Föste von der Gemeinde Ilsede voraus.

Darüber hinaus ist ein solches Projekt auch für viele andere Bereiche denkbar. „Denn die Unternehmen können damit völlig neue Wege gehen und sich neue, bisher unerreichte Märkte erschließen“, folgert Winkler. Und so sei schon vor Abschluss der ersten virtuellen Messe in Peine klar: Fortsetzung folgt – garantiert.

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