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Home Sonderthemen Sport/Vereinsleben Martin Kind: „Wir haben ein gutes Fundament“
09:22 18.08.2017
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Von Andreas Willeke 

Der Aufstieg war alternativlos, diese Vorgabe des 96-Chefs Martin Kind hat die Mannschaft erfüllt. Der Verein ist wieder in der Bundesliga angekommen – und Kind gibt wieder die Richtung vor: „Ziel ist, den Nichtabstieg rechtzeitig zu erreichen.“ Bloß nicht gleich wieder in den Fahrstuhl nach unten steigen. Diese Maßgabe ist ebenfalls alternativlos, auch wenn der 73-Jährige das nicht so aussprechen mag. „Ich lehne die 2. Liga ab“, sagt Kind.

An den Folgen des einjährigen Zwischenstopps im Bundesliga- Unterhaus hat 96 noch zu knappsen. Mal abgesehen von den 10 Millionen Euro Verlust, die 96 in der 2. Liga gemacht hat. „Man merkt schon, dass wir ein Jahr weg waren“, erklärt Kind. „Aber wir haben ein gutes Fundament, auf dem wir aufbauen können.“


In der ersten Saison wollen wir die Klasse sichern, uns dann aber schon entwickeln.

Bei Transferentscheidungen spüren die 96-Verantwortlichen aber schon eine deutliche Zurückhaltung. „Es ist schwerer geworden für uns“, gibt Kind zu. „Finanziell sind die Preise noch gestiegen. Aber auch vom Standing her, vielleicht sagt sich der ein oder andere Spieler ja auch: ‚Da will ich nicht hin, die steigen eh wieder ab.‘ Aber damit müssen wir leben.“

Wirtschaftlich bleibt 96 auf dem Vor-Abstiegs-Niveau, derweil alle anderen Bundesligisten durch die Erhöhung der TV-Gelder bei den Einnahmen zulegen. „Durch den Abstieg haben wir 6 Millionen Euro aus der Auslandsvermarktung verloren, die uns durch die zwei Jahre in der Europa League zugestanden haben.“ Der Verlust gleicht sich zwar durch sechs Millionen mehr vom TV aus. „Das ist ein Nullsummenspiel für uns, die anderen Vereine haben aber deutlich an Wirtschaftskraft gewonnen.“

96 steigt mit einem Etat von 85 Millionen Euro wieder in die Bundesliga ein, sogar „ein Klub wie Mainz kommt auf über 100 Millionen Euro“. Vor allem an einer Stellschraube will Kind in Zukunft drehen. „Wir müssen langfristig mehr Transfererlöse erzielen“, fordert der Hörgeräte-Unternehmer. Dazu wollen nach dem wahrscheinlichen Fall der 50+1-Regel die Gesellschafter neues Kapital zur Verfügung stellen.

Die Konkurrenzsituation sieht Kind härter denn je. „Es gibt diesmal keine Mannschaft, die von vornherein als Abstiegskandidat gilt.“ Dazu hat die vergangene Saison gezeigt, „dass einige Vereine oben spielen, der große Rest aber gegen den Abstieg. Das hat eine hohe Attraktivität, aber da wollen wir uns frühzeitig absetzen.“

Eine unerwünschte Folge des Abstiegs ist auch die Mannschaft, „die wir so nicht mehr zusammenstellen würden“, erklärt Kind. Fatale Transferentscheidungen der letzten Jahre wirken sich weiter aus. 96 hat Spieler mit langfristigen Verträgen, „dazu müssen wir neue Spieler verpflichten, den Spagat müssen wir hinbekommen. Erst in der zweiten Bundesligasaison können wir dann richtig planen“, erläutert Kind.

So wird aus dem Neustart in die Bundesliga „ein Jahr des Übergangs“, meint Kind. „In der ersten Saison wollen wir die Klasse sichern, uns dann aber schon entwickeln.“ Aber erst mal zählt nur eines für den 96-Boss – drinbleiben.

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