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Home Sonderthemen Sport/Vereinsleben Kreisliga: Leonid Grigorjan lebt für den TSV Fortuna Oberg
14:23 31.07.2018
Jubel-Variationen wollen die Oberger um Angreifer Tim Nowak (links) gerne auch in der neuen Saison zeigen. Die Fortuna zählt zum erweiterten Favoritenkreis. ISABELL MASSEL

Er kennt sich im Vereinsrecht aus, verhandelt mit potenziellen Zugängen, ist Bindeglied zwischen Spielern und Trainer – zudem weiß er auch noch, wo das Tor steht. Die Rede ist von Leonid Grigorjan, der beim TSV Fortuna Oberg gleich mehrere Ämter und Tätigkeiten in einer Person vereinigt: 2. Vorsitzender, Fußball-Obmann, Kapitän – und Goalgetter. Kurzum: Er lebt den Verein.

Doch trotz der vielfältigen Aufgaben, die er für die Fortuna zu bewältigen hat, „bin ich hier nicht nur am Hin- und Herwetzen“, sagt Grigorjan. Auch dank seines guten Zeitmanagements gelingt es ihm, „alles unter einen Hut zu bekommen. Außerdem bin ich nicht auf mich allein gestellt. Ich erhalte große Unterstützung von den anderen Vorstandsmitgliedern“, erklärt der 28-Jährige. Dennoch ist sein Engagement in Zeiten, in denen die Bereitschaft für ein Ehrenamt immer geringer wird, schon bemerkenswert. Zumal er seine Funktionen keineswegs als Belastung empfindet. „Das ist absolut kein Ballast für mich. Im Gegenteil, mir macht diese Arbeit Spaß“, betont Grigorjan.


Es wird richtig interessant, da sich einige Teams verstärkt haben.

Obergs Kapitän Leo Grigorjan freut sich auf die Kreisliga-Saison


Einen echten Konflikt hingegen habe es noch nicht gegeben, „weil wir viel miteinander reden. Eine gute Kommunikation ist der wichtigste Faktor, um Probleme zu vermeiden und zu lösen“, konstatiert Grigorjan, der sich auch als Vermittler zwischen Mannschaft und Coach sieht. „Als Spieler bin ich mittendrin und bekomme schnell mit, wenn irgendetwas nicht gut läuft oder wenn es Schwierigkeiten gibt – und das besprechen wir dann auch“, erläutert Grigorjan, der aber nicht nur mit dem teaminternen Miteinander zufrieden ist, sondern auch mit der sportlichen Entwicklung. Denn vor gut einem Jahr beendete die Fortuna die Serie auf Rang sieben, und im Juni 2018 sprang Platz drei heraus. Das sei vor allem ein Verdienst des Trainers. „Hubert macht einen tollen Job.“

Leonid Grigorjan
Leonid Grigorjan

- Zugänge: Marcel Pauli (TSV Sierße/Wahle), Kilian Feske (TSV Eixe), Patrick Wagner, Felix Witte (beide SG Adenstedt).

- Abgänge: Samet Yilmaz, Cihan Acikgoez, Justin Badey (alle aufgehört).

- Tor: Nico Heinze, Anton Birjukov.

- Abwehr: Marvin Burghardt, Niklas Hunger, Jan Nimke, Max Reulecke, Felix Schrader, Dogay Kilic, Patrick Wagner, Fabian Jaeschke.

- Mittelfeld: Timm Bendikat, Emre Gezgin, Yannik Hellmann, Jonas Stephan, Tanis Driesen, Marcel Pauli, Felix Witte, Kilian Feske.

- Angriff: Leo Grigorjan, Tim Nowak, Roma Rotmann, Viktor Schmittkal.

- Trainer: Hubert Meyer.

- Saisonziel: Härke-Pokal-Qualifikation.

- Unsere Favoriten: Rot-Weiß Schwicheldt, VfB Peine, Bosporus Peine.

Bosporus ist für Grigorjan der Top-Favorit

Aber auch der Teamgeist habe entscheidend zu dieser Platzierung beigetragen. „Das hört sich zwar wie eine Floskel an, aber es stimmt wirklich – der Zusammenhalt ist enorm“, erklärt Grigorjan. Vor allem deshalb, „weil sich die Spieler in Oberg heimisch fühlen“. Dies sehe man unter anderem auch daran, „dass bei Arbeitseinsätzen etliche Spieler mithelfen – sie investieren etwas in den Verein“. Das wiederum freut ihn besonders, „da das eine schöne Belohnung ist für die Arbeit, die ich in Oberg mache“, sagt Grigorjan, der gespannt ist auf die neue Saison. „Denn es wird richtig interessant, da sich einige Teams verstärkt haben.“

Topfavorit für ihn ist jedoch der Viertplatzierte der abgelaufenen Saison. „Bosporus war schon gut und hat nun im Sommer noch einige ganz starke Spieler dazu bekommen.“

Aber auch den VfB Peine und RW Schwicheldt zählt er zu den Meisterschaftskandidaten. Und die Fortuna? „Trotz unseres dritten Platzes ist der Titel kein Thema. Wir gehen jetzt nicht in die Saison und sagen, dass wir Meister werden wollen.“ Ziel sei es vielmehr, „die Spitzenteams zu ärgern und unter die ersten Fünf zu kommen“, erklärt Leonid Grigorjan. Das schließt zumindest den ersten Platz nicht aus. „Richtig, wir würden uns dagegen auch nicht wehren – und für die Jungs wäre solch ein Aufstieg schon eine coole Sache.“


Kevin Badey erzielte 31 Tore für Schwicheldt in der Vor-Saison. „Wichtiger ist mir aber der Erfolg der Mannschaft“, betont der Stürmer. RALF BÜCHLER
Kevin Badey erzielte 31 Tore für Schwicheldt in der Vor-Saison. „Wichtiger ist mir aber der Erfolg der Mannschaft“, betont der Stürmer. RALF BÜCHLER

Bis ihn ein Adduktoren-Abriss jäh bremste, war Schwicheldts Stürmer Kevin Badey auf dem besten Weg, die Torjäger-Kanone in der Kreisliga zu holen. Doch in den letzten sechs Saisonspielen musste er verletzt zusehen, wie ihn Vöhrums Martin Ritter noch überholte. „Klar habe ich mich darüber geärgert, aber noch enttäuschter war ich darüber, dass ich es in 24 Jahren Fußball noch nicht geschafft habe, eine Saison komplett verletzungsfrei zu bleiben“, sagt der 28-Jährige. In diesem Jahr soll es endlich so weit sein, denn Badey will mit dem TSV Rot-Weiß ganz oben angreifen. Im Interview spricht er über den XXL-Kader und den neuen Trainer.

Kevin, wie waren die ersten Wochen mit Ihrem neuen Trainer Christian Gleich?

Anstrengend! Wir haben außer montags jeden Tag trainiert oder gespielt. Wir haben die Hexen-Treppe im Herzberg kennengelernt. Aber es hat auch Mega-Spaß gemacht, weil 18 bis 25 Leute beim Training waren und Christian taktisch richtig viel auf dem Kasten hat. Er hat für jeden Gegner eine Lösung.

Und er hat einen großen Kader. Kennen Sie denn schon alle Namen?

(lacht). Ja, das schon, aber wir brauchen zum Training jetzt tatsächlich zwei Kabinen. In unserer Whats-App-Gruppe sind 41 Spieler – so etwas habe ich auch noch nie erlebt.

ROT-WEISS SCHWICHELDT

Christian Gleich
Christian Gleich

- Zugänge: Kilian Winkelmann, Dominik Mill, Maximilian Moritz, Victor Dornelas Da Silva, Nico Ahrens (alle A-Jugend JSG Rosenthal/Schwicheldt), Eduard Niedens (SV Lengede), Moritz Gabor, Florian Stephan (beide SG Adenstedt), Jamil Omar (TSV Essinghausen), Philipp Kurmeier, Dennis Scharenberg, Jannis Bock (alle Arminia Vechelde), Pascal Taraschewski, Timo Schrul (beide SV Falke Rosenthal), Lukas Müller (VfB Oldenburg), Dennis Mansfeld (TSV Hohenhameln), Felix Seeler (BSC Acosta Braunschweig).

- Abgänge: Murat Capli (PSG Peine), Erik Krenz (2. Herren).

- Tor: Nico Palandt, Jan-Hendrik Heuer, Max Reineke, Lukas Reineke, Philipp Kurmeier, Timo Schrul.

- Abwehr: Niklas Annemann, Thore Edeler, Fabian Frank, Nils Busch, Nico Hartmann, Timo Renk, Nils Schernich, Vardan Tigranjan, Alexander Volgmann, Eduard Niedens, Kilian Winkelmann, Jannis Bock.

- Mittelfeld: Lukas Bartscht, Marvin Behrens, Victor Del Rio Seoane, René Rieger, Sören Walther, Arno Merk, Nico Ahrens, Moritz Gabor, Dominik Mill, Maximilian Moritz, Lukas Müller, Jamil Omar, Dennis Scharenberg, Florian Stephan, Pascal Taraschewski, Felix Seeler.

- Angriff: Kevin Badey, Pascal Werner, Dennis Mansfeld, Victor Dornelas Da Silva.

- Trainer: Christian Gleich.

- Saisonziel: Integration der A-Jugend- Spieler und der Neuzugänge, Härke-Pokal-Qualifikation, PAZ-Cup-Qualifikation.

- Unsere Favoriten:
SV Bosporus Peine, VfB Peine, TSV Sonnenberg.

Aber höchstens 14 können am Sonntag in der 1. Herren spielen. Wie groß ist das Konfliktpotenzial?

Es wird keine Konflikte geben, denn jeder bei uns ist bereit, auch in der 2. oder 3. Herren zu spielen. Der Verein hat mit offenen Karten gespielt, und rechtzeitig angekündigt, dass es im Sommer zur Sache geht. Trotzdem sind fast alle geblieben. Noch weiß keiner, ob er zur Stammelf gehört oder nicht, das wird interessant. Aber ich merke schon jetzt, dass uns der Konkurrenzkampf gut tut, weil er alle anspornt. In den Vorjahren waren wir mitunter nur fünf Leute beim Training – das war sicherlich auch ein Grund dafür, warum es zuletzt nicht mehr so lief.

Warum freuen Sie sich auf die neue Saison?

Weil ich die spannendste und stärkste Kreisliga seit Jahren erwarte. Da habe ich richtig Bock drauf. Und hoffentlich werden die Sportplätze jedes Wochenende voll sein.

Und am Ende wird der TSV Rot-Weiß Schwicheldt Meister?

Wenn es nach mir geht, ja. Aber die Konkurrenz ist sehr stark. Oberg, der VfB Peine, der SV Bosporus – ich kann mir vorstellen, dass die Meisterschaft erst am letzten Spieltag entschieden wird.

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