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Home Sonderthemen Aus der Geschäftswelt E-Bike statt E-Klasse: Jobräder werden zum Mitarbeiter-Bindungsinstrument
10:16 25.05.2020
Karl-Martin Hotopp präsentiert eine Fülle an möglichen Jobrädern für jeden Bedarf. Foto: Melanie Stallmann
Hotopp Zweirad

Fahrradfahren hält den Kreislauf in Schwung, schont die Umwelt, macht fit und gesund und vor allem einen Riesenspaß – egal, ob mit dem City- oder Tourenrad, Mountainbike oder auch E-Bike. „Zudem kann es für Arbeitgeber ein attraktives Mitarbeiter bindungsinstrument sein“, sagt Karl-Martin Hotopp vom gleichnamigen Zweiradfachgeschäft in Peine, mit Blick auf das Dienstrad-Leasing namens Jobrad.

Das Konzept ist grundsätzlich nicht neu, denn deutschlandweit sind bereits ungezählte Arbeitnehmer mit einem Dienstwagen unterwegs. Seit 2012 gelten ähnliche steuerliche Regelungen aber auch für das Dienstfahrrad. Das heißt: Unternehmen können ihren Mitarbeitern Fahrräder, Pedelecs und E-Bikes zu günstigen Konditionen anbieten und gleichzeitig einen aktiven Beitrag für mehr Gesundheit sowie Klimaschutz leisten. Das Vorgehen dabei ist ganz einfach: „Der Mitarbeiter sucht sich sein Wunschrad – egal, welche Marke oder welches Modell – bei uns aus, die monatlichen Leasingraten dafür zahlt der Arbeitgeber über 36 Monate vom Brutto gehalt des neuen Besitzers“, erläutert Hotopp. „Dank vorteilhafter Versteuerung sparen die Arbeitnehmer dabei bis zu 40 Prozent gegenüber dem Direktkauf.“ Denn seit 2020 müssen Nutzer bei dieser Variante den geldwerten Vorteil für die private Nutzung des Jobrads nur noch mit 0,25 Prozent der unverbindlichen Preisempfehlung versteuern.

Entscheidet sich der Arbeitgeber sogar dazu, seinem Mitarbeiter das Jobrad als Gehaltsextra zur Verfügung zu stellen, findet keine Barlohnumwandlung statt. Er least das Fahrrad, übernimmt die vollen Kosten und überlässt es dem Mitarbeiter zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn. „In diesem Fall entfällt für den Mitarbeiter die Versteuerung des geldwerten Vorteils bei privater Nutzung“, verdeutlicht der Peiner Zweiradexperte. „Er fährt sein Fahrrad oder E-Bike also steuerfrei.“ Der Arbeitgeber profitiert währenddessen von einem zufriedenen und mitunter auch gesünderen Mitarbeiter. Denn eine aktuelle Studie der TU München belegt, dass Mitarbeiter, die sich für ein Dienstbike entscheiden, wesentlich häufiger das Fahrrad nutzen – sowohl für den Arbeitsweg als auch im Alltag. Damit bringt das Jobrad auch Tempo ins betriebliche Gesundheitsmanagement, denn nachgewiesen ist: Mitarbeiter, die regelmäßig mit dem Rad zur Arbeit kommen, sind pro Jahr im Schnitt zwei Tage weniger krank. Vor allem aber sind sie glücklich über das „Bonbon“ ihres Arbeitgebers. Und gerade die Mitarbeiterzufriedenheit kann ein ganz entscheidender Faktor für den Erfolg eines Unternehmens sein – vor allem mit Blick auf den immer härteren Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte.

Damit sei anzunehmen, dass sich der „Jobradboom“ noch weiter ausbreiten wird. Doch schon jetzt haben sich rund 20 000 Firmen deutschlandweit – darunter auch der Madsack-Verlag – dafür entschieden, die Mobilität auf zwei Rädern für ihre Mitarbeiter zu fördern. So sind bereits rund zwei Millionen Menschen auf diesem Weg unterwegs. „Tendenz weiter steigend“, ist Hotopp überzeugt, denn: „Gerade in der aktuellen Corona-Krise hat das Fahrrad- und E-Bikefahren für viele Menschen eine völlig neue Bedeutung bekommen – es ist auf dem besten Weg, beliebtester Freizeitsport zu werden.“   

BEISPIELRECHNUNG FÜR EIN LEASING-DIENSTRAD

Ein Unternehmer stellt seinem Mitarbeiter ein Leasing-Dienstrad im Wert von 3000 Euro (Bruttolistenpreis) zur Verfügung, für das dieser einen Teil seines Bruttogehalts wandelt. Für die private Nutzung entsteht dem Angestellten ein geldwerter Vorteil. Das heißt: Der Mitarbeiter muss ein Viertel von 3000 Euro, abgerundet auf volle einhundert, also 700 Euro x 1 Prozent = 7 Euro pro Monat versteuern, was faktisch einer 0,25-Prozent-Besteuerung entspricht. Bei einem Steuersatz von 35 Prozent spart der Mitarbeiter im Vergleich zur früheren 0,5 Prozent-Regel, die bis zum vergangenen Jahr galt, in 36 Monaten rund 100 Euro zusätzlich.

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