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Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine

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01:05 27.11.2020
                   

Patienten in einem Krankenhaus wie dem Helios Klinikum in Salzgitter werden während ihres Aufenthaltes von vielen Berufsgruppen gesehen. Ärzte und Pflegekräfte kümmern sich um die Patienten, Mitarbeitende des Funktionsdienstes führen diagnostische Untersuchungen durch, Servicekräfte fragen Essenwünsche ab. Doch eine Berufsgruppe lernt die Patienten auf eine besondere Art und Weise kennen – durch ihr Blut oder andere Körperflüssigkeiten. Die Patienten selbst treffen sie nicht.  

Durch die Hände der Labormitarbeitenden gehen alle Patienten, ob ambulant oder stationär, zumindest Proben von ihnen. Sie sind Goldstaub – inzwischen selten auf dem Arbeitsmarkt zu finden und gleichzeitig unerlässlich für die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung.  

Zu den Zeiten der Pandemie sind Labore und Ihre Mitarbeitenden in aller Munde. Dabei sind die sogenannten PCR- Testungen auf das Coronavirus nur ein winziger Bestandteil des Arbeitsfeldes der Medizinisch-Technischen- Laboranten und –Laborantinnen. Denn die Vielfalt ihrer Aufgaben steckt schon in der Berufsbezeichnung: Medizin und Technik. Die hochmoderne Medizintechnik, mit der das Labor ausgestattet ist, möchte richtig eingestellt, gewartet, aufgefüllt, kalibriert und kontrolliert werden, um valide Testergebnisse zu erzeugen. Und ob die Ergebnisse valide sind, bewerten die Mitarbeitenden des Labors nach dem Vier-Augen-Prinzip.

Im Helios Klinikum Salzgitter kommen die Proben der Patienten direkt per Rohrpost im Labor an. 365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tag. Das Labor ist rund um die Uhr besetzt, denn oft können die Ergebnisse der Testungen nicht lange warten. Die Proben müssen in einem gewissen Zeitrahmen verarbeitet und natürlich die Patienten schnellstmöglich versorgt werden. Sei es mit Testergebnissen oder Blut, das im Kühlschrank für Blutkonserven im Labor lagert. Täglich angeliefert, für den jeweiligen Patienten individuell gekreuzt und von den Labormitarbeitenden dem richtigen Empfänger zugeordnet.

Hinter der stets verschlossenen Tür des Kliniklabors herrscht eine besondere Atmosphäre. Die Hektik des Klinikalltages wird durch das ständige Klingeln des Telefons abgebildet – Messwerte werden abgefragt, Blutkonserven bestellt. Auf jeder Oberfläche finden sich Gerätschaften: Computer, Mikroskope, chemische Lösungen, Zentrifugen und andere Medizin technik, zum Teil so groß wie Badewannen. Alles brummt und piept.

„Die Arbeit im Labor hat sich über die Jahre verändert“ erzählt Andrea Wilheine-Schmidt, Leitung des Labors im Helios Klinikum. „Ich habe noch gelernt, die einzelnen Zellen per Mikroskop selbst auszuzählen, das übernimmt nun eine Maschine“. Dafür haben sich andere Aufgaben verändert, Dokumentation und Qualitätsmanagement seien mehr geworden, erzählt sie.

Leider würden sich inzwischen viel zu wenig junge Menschen für diese Ausbildung entscheiden, sagt Andrea Wilheine-Schmidt. Schade, denn langweilig wird es in den hochmodernen Laboren der Krankenhäuser in Deutschland sicher nicht.
                

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