Menü
Anmelden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland

Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine

Home Sonderthemen Sonstiges Sicher vor der nächsten Finanzkrise: „Das können Verbraucher tun“
11:42 13.11.2018
Ein eigenes Heim wird oftmals als sichere Geldanlage betrachtet. FOTO: DPA

Von Birthe Kussroll-Ihle 

PEINE. Ob es eine nächste Finanzkrise gibt oder wann eine eintritt, lässt sich nicht vorhersagen. Doch jeder Verbraucher sollte zumindest die Möglichkeit eines erneuten Einbruchs an den Kapitalmärkten in Betracht ziehen. „Rückschläge hat es an Kapitalmärkten immer wieder gegeben. Aber ebenso folgten dann die Erholungsphasen“, weist Stefan Honrath auf die Erfahrungen der Vergangenheit hin. Der Leiter der Direktion Peine bei der Volksbank Brawo stellt unmissverständlich fest, dass es kein Patentrezept gibt, sich dagegen zu schützen.

„Zwei Vorgehensweisen mildern zumindest die Folgen für den Einzelnen ab“, sagt Honrath. Die eine heiße immer breit streuen. Eine Verteilung der Geldanlagen auf verschiedene Anlageformen, wie Immobilien, Aktien und Rentenwerte, sei dabei nur der erste Schritt, erklärt der Fachmann. „Auch innerhalb dieser verschiedenen Anlageformen sollte man streuen. Das bedeutet, zum Beispiel Aktien nicht nur aus einem Land, sondern aus mehreren Ländern und nicht nur aus einer Branche, sondern aus mehreren Branchen zu berücksichtigen“, rät Honrath.


"Rückschläge hat es an Kapitalmärkten immer gegeben. Aber ebenso folgten Erholungsphasen."

Stefan Honrath, Leiter der Direktion Peine der Volksbank


Er hat noch einen weiteren Tipp auf Lager: „Regelmäßiges Sparen. Das bedeutet, dass der Anleger nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt eine Anlage-Entscheidung trifft, auf die dann möglicherweise eine Krise folgt, sondern dass er regelmäßig über die verschiedenen, guten und weniger guten Börsenphasen hinweg regelmäßig Beträge in einen Sparplan einzahlt. Das mindert insofern das Verlustrisiko, da die in Tiefphasen angelegten Beträge von einem gegebenenfalls folgenden Aufschwung profitieren können.“

Letztlich hänge jedoch jede Anlage- Entscheidung von den Wünschen und der Risikobereitschaft des Verbrauchers ab. Dazu sagt Honrath abschließend: „Es gibt kein Patentrezept. Es gibt nur die Lösung, die zu den Vorlieben und Risikoneigungen der jeweiligen Anleger passt. Und die passende Lösung für den Einzelnen herauszufinden, das ist die Kunst eines guten Beraters.“


Börsen-Makler haben die Finanzmärkte im Blick. Eine ausführliche Beratung von Fachleuten ist vor der Geldanlage wichtig. FOTO: DPA
Börsen-Makler haben die Finanzmärkte im Blick. Eine ausführliche Beratung von Fachleuten ist vor der Geldanlage wichtig. FOTO: DPA

PEINE. Ob und wenn ja, wann eine neue Finanzkrise kommt – darüber sind sich viele Fachleute uneinig. Sein Vermögen krisensicher anlegen ist aber auch ohne Finanzkrise ratsam. Denn auch in „normalen“ Zeiten unterliegen die Märkte gewissen Schwankungen. „Einer der wichtigsten Tipps ist es, seine Anlage und damit das Risiko zu streuen“, erläutert Marcus Wedig, Leiter des Finanzzentrums Peine bei der Sparkasse Hildesheim-Goslar-Peine. Diese Strategie nennt man Diversifikation. Der Gedanke dahinter ist, dass sich die Werte der Vermögensanlagen nie alle in die gleiche Richtung entwickeln, also gleichzeitig steigen oder fallen.

Oftmals wird eine eigene Immobilie als Anlage-Objekt in Betracht gezogen. „Die Frage, ob das sinnvoll ist oder nicht, kann man nicht pauschal beurteilen“, sagt Wedig. Die erzielte oder eingesparte Miete könne einen Ertrag wie bei einer Geldanlage darstellen. Aber bei der eigenen Immobilie seien ständig Kosten für Instandhaltung und Reparaturen zu berücksichtigen. Auch die demografische Entwicklung mit Blick auf den Ort, an dem sich die Immobilie befindet, könne eine große Rolle spielen.


Marcus Wedig
Marcus Wedig

„Die Vor- und Nachteile einer Immobilie als Anlage-Objekt können daher immer nur im konkreten Einzelfall beurteilt werden“, führt Wedig weiter aus. Auch Konsumgüter wie Gemälde, Antiquitäten oder Oldtimer eignen sich nach seinen Aussagen nur bedingt als Geldanlage. „So etwas trägt nur dazu bei, wenn man davon ausgeht, dass die Gegenstände zum Zeitpunkt eines Verkaufs mehr wert sind als jetzt – aber wer weiß das schon?“, gibt er zu bedenken.

Darüber hinaus müssten Sachwerte auch verwahrt, versichert und gepflegt werden – dafür könnten Kosten entstehen. Wer sein Vermögen langfristig schützen möchte, dem gibt Wedig den Tipp, sich umfassend beraten zu lassen und sein Geld möglichst breit gestreut anzulegen. „Eine gute Möglichkeit der Diversifikation des eigenen Portfolios bieten zum Beispiel Immobilienfonds, die nicht in einzelne, sondern in eine Vielzahl von Objekten an verschiedenen Standorten investieren“, sagt er abschließend. bik


3
/
3
Datenschutz