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Home Sonderthemen Aus der Geschäftswelt Energetische Gebäudesanierung – Dachdecker sind Klimaschützer
14:53 23.10.2020
Foto: Birthe Kußroll-Ihle

Ende des vergangenen Jahres haben Bundestag und Bundesrat den Steuerbonus für energetische Sanierungen durchgewunken. Damit ist das geänderte Gesetz zur Umsetzung des Klimaschutzprogramms 2030 wie geplant zum 1. Januar 2020 in Kraft getreten. Für Hausbesitzer bedeutet das Steuer-Erleichterungen für zahlreiche Sanierungsmaßnahmen. Der Steuerbonus gilt für zehn Jahre.

Der Obermeister der Dachdecker-Innung Peine, Carsten Hoffmann, zeigt sich erfreut: „Unsere Zunft hat fast nicht mehr daran geglaubt, dass der Bundesrat mit seiner Zustimmung doch noch den Weg frei gemacht für mehr Klimaschutz. Eigenheimbesitzer können nun Steuervorteile nutzen und Dachdecker Aufträge ausführen, die unser Gewerk zu einem wichtigen Erfüller des Klimaschutzprogramms machen.“ Gleichwohl muss jetzt zügig Klarheit – vor allem über die genauen Anforderungen – geschaffen werden. „Hier darf nicht wieder Zeit für unnötige Bürokratie ungenutzt bleiben. Unsere Innungsbetriebe stehen jedenfalls mit Rat und Tat bereit, für besser gedämmte Häuser zu sorgen“, betont der Obermeister.

Konkrete Fördermaßnahmen

Zahlreiche energetische Sanierungsmaßnahmen werden steuerlich gefördert. Dazu gehören: Die Wärmedämmung von Wänden, Dachfl ächen und Geschossdecken, die Erneuerung der Fenster, Außentüren, Heizungs- und Lüftungsanlagen sowie der Einbau von digitalen Systemen zur energetischen Betriebs- und Verbrauchsoptimierung. Auch die Optimierung bestehender Heizungsanlagen – sofern diese älter als zwei Jahre sind – fällt unter die Förderung.

Der Steuerbonus gilt für Einzelmaßnahmen genauso wie für umfassende Sanierungen. Allerdings müssen Fachunternehmen die Gewerke, die in der Anlage A der Handwerksordnung aufgeführt sind und deren Tätigkeitsbereich die energetischen Maßnahmen umfasst, die Sanierungen durchführen. Beantragt wird der Bonus mit der jährlichen Einkommensteuererklärung.

Mehr KfW-Mittel

Auch das aktuelle Aufstocken der KfW-Fördermittel im Bereich „Energieeffizient Bauen und Sanieren“ begrüßt der Obermeister. Der Kreditbetrag steigt laut KfW für Wohngebäude seit 24. Januar 2020 um 20 000 Euro auf 120 000 Euro. Für Nicht-Wohngebäude erhöht sich der Tilgungszuschuss bei der Sanierung zum Erreichen eines KfW-Effizienzhaus-Standards um zehn Prozent.

„Die Erhöhung der Fördergelder wird helfen, den hohen Energieverbrauch, vor allem älterer Gebäude, zu senken. Optimal wäre es, jedes Jahr zwei Prozent des Gebäudebestands zu sanieren. Das hört sich zunächst gering an, ist aber eine enorme Herausforderung“, verdeutlicht Hoffmann.

Energieberatung

Zu den Aufwendungen für energetische Maßnahmen zählen zudem die Kosten für einen Energieberater, die mit bis zu 50 Prozent angesetzt werden können. Voraussetzung ist, dass dieser durch den Steuerpflichtigen mit der planerischen Begleitung oder Beaufsichtigung der energetischen Maßnahmen beauftragt worden ist. Der Berater muss allerdings vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) als fachlich qualifiziert zum Förderprogramm „Energieberatung für Wohngebäude“ zugelassen sein. Zwingend vorgeschrieben ist der Einsatz eines Energieberaters für die steuerliche Förderung allerdings nicht. bik

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