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Home Sonderthemen Neues aus Peine und Umgebung Einfach dufte!
13:53 30.10.2019
Foto: tashka2000/123RF

Zimt, Orange und Tannengrün bringen Weihnachtsstimmung ins Haus, ein tiefes Einatmen in einen Fliederstrauch verschafft Frühlingsgefühle und trübe Stimmungen vertreibt die Frische von Zitronen. Düfte können zum Wohlbefinden beitragen, Erinnerungen wecken, über Sympathie und Antipathie entscheiden und sogar unser Befinden beeinflussen.

Flüchtige Essenzen

Die Düfte gehen zurück auf ätherische Öle. Dabei handelt es sich um flüchtige Essenzen, die mittels Wasserdampfdestillation, Extraktion oder Auspressen von Pflanzen oder -teilen gewonnen werden oder auch synthetisch hergestellt werden können. Sie verdunsten schnell und rückstandslos im Gegensatz zu fetten Ölen wie zum Beispiel Olivenöl oder Mandelöl. „Über die Nasen- und Bronchialschleimhaut gelangen die Duftmoleküle ins Blut und anschließend in Bereiche des Gehirns, die an der Verarbeitung von Gefühlen beteiligt sind“, weiß Apothekerin und Aromaberaterin Stefanie Follert von der Glückauf-Apotheke in Peine, die eine große Auswahl an Aromaölen, Duftkompositionen und Zubehör anbietet. Auch über die Haut durch Einreibungen oder über den Magen-Darm-Trakt durch Schlucken sind Effekte möglich.

Hof Lauenroth

Für Körper und Seele

Gezielt eingesetzt, steigern ätherische Öle das Wohlbefinden. Krankheiten können sie nicht heilen, wohl aber die körpereigenen Selbstheilungskräfte stärken und damit zur Genesung beitragen. Ob als Einschlafhilfe, zum Befreien der Atemwege, Anregen und Aufmuntern, bei Verspannungen oder Prellungen, Ängsten, Konzentrationsproblemen und vielem mehr – das Wirkspektrum der ätherischen Öle ist groß. Nicht immer ist genau bekannt, welche Inhaltsstoffe dabei genau wirken. Einige konnten mittlerweile analysiert und wissenschaftlich bestätigt werden. So weiß man heute, dass Thymol aus Thymian desinfiziert und Schleim löst, der Duftstoff Vertacetal-couer aus Jasmin schlaffördernd wirkt. Welche Öle in welcher Dosierung zum Einsatz kommen, hängt von den Vorlieben jedes Einzelnen, seinem Befinden und seinem Alter ab. So sind für Babys und Kinder Eukalyptus, Kampfer und Pfefferminz tabu, weil sie Atemnot auslösen können. „Für die Kleinen bieten wir deshalb spezielle Duftkompositionen an, die sicher verwendet werden können“, so Aromaberaterin Follert.

Wichtig: Reine ätherische Öle niemals unverdünnt verwenden und jedes neue Öl zunächst an einer kleinen Hautstelle auf Verträglichkeit testen. Beim Kauf unbedingt auf hochwertige 100 Prozent naturreine Öle aus zertifiziertem Bioanbau setzen. „Die enthalten sicher keine synthetischen oder undeklarierten Zusätze, von denen unklar ist, wie sie wirken“, sagt Ingrid Machura von Radieschen Naturkost.

Vielseitig verwendbar

Ob Raumbeduftung, Bäder, Wickel, Auflagen, Massage, in der Küche zum Verfeinern von Speisen – es gibt viele Möglichkeiten der Anwendung.

Raumbeduftung: Schon wenige Tropfen Mandarine oder Melisse indicum in einer Duftlampe mit Stövchen genügen, um kleine Räume zu erfrischen. Für größere eignen sich elektrische Vernebler oder Streamer. Wer nur an seiner Schlafstätte, am Arbeitsplatz oder im Auto eine Wirkung erzielen will, kann auf Duftsteine, -kissen, -vliese oder -stäbe zurückgreifen. Praktisch sind fix und fertig zusammengestellte Sprays, mit denen sich schnell und einfach positive Stimmungen entfalten lassen.

Bäder: Gerade in der kalten Jahreszeit lässt es sich herrlich in einem wohligen Aromabad mit Lavendel oder Eukalyptus entspannen. Wer nicht auf eine fertige Mischung zurückgreifen, sondern reine Öle verwenden will, sollte die Tropfen nicht einfach so ins Badewasser geben. Sonst schwimmen sie lediglich auf der Wasseroberfläche. Besser ist es, sie mit einer Trägersubstanz zu mischen, zum Beispiel Salz, Sahne oder Honig, und sie erst dann ins Badewasser zu geben.

Massagen und Kompressen: Massageöle mit Johanniskraut, Wintergrün, Rosmarin oder Weihrauch haben sich bewährt, um müde oder verkrampfte Muskeln zu lockern und Gelenke zu mobilisieren. Gleichzeitig pflegen sie die Haut und sorgen mit ihrem Duft für Entspannung. Bei Kopfschmerzen lindern Massagen mit Pfefferminzöl an Schläfen und Nacken die Beschwerden. Wohltuend sind auch Nackenkompressen mit verdünntem Pfefferminzöl. Hilfreich für unterwegs: Aromastick oder Roll-on.

Essen und Trinken: Kein Weihnachtsgebäck ohne Zimt, Anis oder Nelke, kein Sommerdrink ohne das erfrischende Aroma der Zitrone. Naturreine und lebensmittelzertifizierte ätherische Öle eignen sich hervorragend für die Aromatisierung von Speisen und Getränken. Sie sind eine natürliche Alternative zu synthetischen Aromen.

Lavendel

Bei Herzklopfen, Nervosität, Aufregung und Schlaflosigkeit beruhigt Lavendel und wirkt ausgleichend. Wenige Tropfen auf die Schläfen oder das Kopfkissen getupft helfen, in den Schlaf zu finden.

Zitrone

Bei Niedergeschlagenheit und allgemeiner Schwäche belebt ihr frischer Duft und muntert auf. Er ist das ideale Mittel für konzentriertes Arbeiten am Schreibtisch.

Eukalyptus

Sein Duft macht den Atem frei. Eukalyptus wird daher zum Inhalieren bei Husten und Erkältungen und als Saunaaufguss verwendet.

Zitronengras

Sein Öl wirkt erfrischend, stimmt optimistisch und kann daher bei Stress, Erschöpfung oder Niedergeschlagenheit helfen. Zusammen mit den ätherischen Ölen aus Zeder oder Zypresse vermag es unangenehme Gerüche zu binden.

Bergamotte

Das fruchtig-herb duftende Bergamotteöl wirkt aufbauend und aufmunternd. An grauen Herbst- und Wintertagen bringt sein Duft Licht in unsere Räume.


von Apothekerin und Aromaberaterin Stefanie Follert

200 g Natronpulver
100 g Zitronensäurepulver
50 g Speisestärke
75 g festes Kokosfett oder 50 ml Mandelöl
10 ml Rosenduft
einige getrocknete Blütenblätter
oder etwas Früchtetee

Alles miteinander vermengen und in vier Formen (zum Beispiel Eiswürfelformen) geben oder vier gleichmäßig große Kugeln formen. Zum Erkalten in den Kühlschrank stellen, bis sie fest sind. Zum Verschenken in hübschen Papier verpacken.

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