Menü
Anmelden
Wetter Regenschauer
28°/12°Regenschauer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland

Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine

Themenwelten
00:05 12.06.2021
Der Plünnecken-Brunnen ist ihr Lieblinsplatz: Anke Brennecke mit Volkhard Schimmelpfennig, Stefanie Müller, Gunda Holzberg, Dirk Nykiel, Oliver Schwerdtfeger und Jana Nykiel. Foto: Rudi Karliczek

Anke Brennecke liebt den Lauf am Plünnecken-Brunnen 

Das Beste kommt zum Schluss. Das geflügelte Wort wird für Anke Brennecke jeden Sonntag zum Lebensmotto. Nach einem sieben Kilometer langen Lauf dürfen sich die Füße über ein Bad im kalten Plünnecken-Brunnen freuen, so nennt der Volksmund die Vöppstedter Quelle am Thermalsolbad, die in den letzten Jahren zu ihrem Lieblingsplatz geworden ist. Dort trifft sich die stellvertretende MTV-Vorsitzende jedes Wochenende mit Sportfreunden, wenn es denn zulässig ist, und dreht eine gemütliche Runde. Sie kennt mittlerweile viele schöne Strecken, war in Ringelheim oder am Heerter See unterwegs, aber mit der Stunde am Köppelmannsberg kommt nichts mit, auch wenn es am Anfang ziemlich steil bergauf geht.

Van der Horst Wohnen

Wann der Spaß losging, weiß sie nicht mehr genau. 2013 dürfte es gewesen sein, als die Volleyballerin damit anfing, regelmäßig die Joggingschuhe zu schnüren. Doch schnell merkte sie, dass es sich in der Gemeinschaft viel besser läuft, so schlossen sich nach und nach Freunde und ehemalige Mitspielerinnen dem sonntäglichen Hobby an, das eine doppelte Intention hat: aktiv sein und sich austauschen. „Die bunte Mischung“, die sich jede Woche trifft, unternimmt mittlerweile mehrtägige Radtouren, wandert auf den Brocken oder feiert zusammen.

Mit 43 noch aktiv im MTV-Team: Anke Brennecke beim Volleyball. Foto: Privat
Mit 43 noch aktiv im MTV-Team: Anke Brennecke beim Volleyball. Foto: Privat

Immer in Bewegung bleiben, diese Maxime trifft auf die 43-jährige Badenserin zu, die aufgewachsen an der Braunschweiger Straße ganz tief verwurzelt ist im Süden Salzgitters. Fast wäre sie einmal mit ihrem Mann Till in dessen Heimat nach Bockenem gezogen, doch es wurde nichts mit dem Bauplatz im Ambergau, so blieb das Paar in Salzgitter-Bad und lebt glücklich mit dem elfjährigen Sohn Felix und Hund Roy am Laubberg. Daran dürfte sich in diesem Leben wohl auch nichts mehr ändern.

Im MTV wurde Anke Brennecke groß und ist heute noch aktiv, und das auf mehreren Ebenen. Mit neun Jahren fing sie an mit dem Volleyball und hat es seitdem nicht gelassen. Wenn die Pandemie es wieder erlaubt, will die Diagonal-Spielerin wieder zweimal pro Woche in die Sporthalle gehen und weiterhin in der Verbandsliga mitmischen. „Wir planen den Wiederaufstieg in die Oberliga an.“ Einmal MTV, immer MTV, das traf und trifft auf sie zu. Allerdings sieht sie das nicht verbissen, sondern ein Vereinswechsel kam irgendwie nie in Frage. Ihre 1,68 Meter reichten nach ihren Worten auch nicht für eine große Karriere am Netz, „dafür bin ich zu klein“.

Anke Brennecke beim Tough-Mudder-Wettbewerb 2019. Foto: Privat
Anke Brennecke beim Tough-Mudder-Wettbewerb 2019. Foto: Privat

Dafür ging es im Ehrenamt bergauf. Anke Brennecke fing 2015 an im Ehrenrat, wurde 2017 Sportwartin und übernahm 2019 die Aufgabe als stellvertretende Vorsitzende Sport. Neue Angebote entwickeln und Mitglieder gewinnen, lautet ihr Auftrag, den die gelernte Industrie-Kauffrau kreativ angeht. In der Corona-Pandemie wurde regelmäßiges Online-Training eingeführt, sie entwickelte den Bewegungswürfel oder das Fitness-Workout mit einem Stuhl. Demnächst startet der MTV seinen ersten Kurs im Parcours-Sport. „Der war in einer Stunde ausgebucht“, freut sich Anke Brennecke, deren Einfallsreichtum und organisatorischen Fähigkeiten auch im Job gefragt sind.

Nach der Elternzeit heuerte sie vor acht Jahren beim Komitee Bürgerfeste an, steuert als Teilzeitkraft vom Büro aus gemeinsam mit dem Vorstand das Altstadtfest, das 2020 und 2021 ausfallen musste und ihr Kurzarbeit beschert hat. Für viele Menschen in Salzgitter-Bad ist die fröhliche Sause der Höhepunkt im Sommer, für die Büroleiterin ist es eine Mammutaufgabe, sie ist Mädchen für alles, das reicht vom Standort des Pizzawagens bis zur Stromversorgung für das Riesenrad. Auch sie freut sich über das Wiedersehen mit zahlreichen Bekannten und den Blick in viele glückliche Gesichter, nur das mit dem Feiern muss sie leider lassen. „Das halte ich nicht durch, ich bin abends platt“, sagt Anke Brennecke, die an den zwei Wochen davor und den drei Partytagen ihre Höchstleistung abruft. „In der Zeit nehme ich fünf Kilo ab.“

Vor dem Altstadtfest 2015: Anke Brennecke mit Oliver Scharf, Christian Deitzel, Lena Aydin, Norbert Rothbrust. Foto: Rudi Karliczek
Vor dem Altstadtfest 2015: Anke Brennecke mit Oliver Scharf, Christian Deitzel, Lena Aydin, Norbert Rothbrust. Foto: Rudi Karliczek

Wie gut, dass es den Sport gibt, der ihr so gut beim Abschalten hilft und sie auf andere Gedanken bringt. Auch wenn ihr Urkunden und Medaillen nicht so wichtig sind, flammt mitunter der Ehrgeiz auf. Nicht um Titel zu gewinnen, sondern sich selbst zu besiegen. Sie ging schon zweimal beim Tough-Mudder-Lauf in der Lüneburger Heide an den Start, robbte durch den Schlamm und kletterte über extreme Hindernisse. Erst wagte sie mit Freunden die halbe Tour, dann absolvierte sie die vollen 19 Kilometer. Alle Muskelpartien waren im Einsatz, das mag sie. Und die Anstrengung. „Danach war ich echt groggy.“ Wer sich das traut, sollte gut in Form sein und ein Teamplayer. Denn manche Hürde lässt sich nur mit fremder Hilfe bewältigen.

Das Helfer-Gen trägt Anke Brennecke ohnehin in sich. Bei der nächsten gemeinnützigen Lions-Challenge in Salzgitter-Bad, ein Hindernis-Vergnügen am Schäferstuhl, könnte sie sich durchaus vorstellen, im Organisationsteam mit anzutreten. Dann hätte auch Hund Roy mal Pause. Der achtjährige Mischling (Australian Shepherd und Border Collie) ist bei jedem Lauf dabei. Ein „ganz lieber“ Begleiter, sagt Anke Brennecke. Wenn es mal bergauf geht, spannt sie gerne die Leine etwas an, da darf er ruhig etwas ziehen. Der Rüde darf sich jedenfalls sonntags auf einen Schluck frisches Quellwasser am Ende der Runde freuen. Auch für ihn gilt dann: Das Beste kommt zum Schluss.

1
/
18