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Home Sonderthemen Sonstiges Der beste Platz für das Kind
13:51 13.11.2019
Der sicherste Platz für Kinder ist in einem speziellen Sitz auf der Rückbank. FOTO: ISTOCK/ SOUTH AGENCY

Von Birk Grüling 

Auf der Suche nach einem passenden Kindersitz können Eltern leicht den Überblick verlieren. Es gibt unzählige Hersteller und eine riesige Auswahl an Modellen. Trotzdem ist eine intensive Beschäftigung mit der Sicherheit im Auto mindestens genauso wichtig wie die Auswahl des passenden Kinderwagens und der pränatale Strampler-kauf. Schließlich besteht auf deutschen Straßen für Kinder bis zwölf Jahre und unter einer Körpergröße von 1,50 Meter eine Kindersitzpflicht. Doch wo anfangen?

ADAC-Test als guter Anhaltspunkt bei der Suche

Einen guten Anhaltspunkt für die Suche nach dem richtigen Modell bieten die alljährlichen Tests des ADAC in Kooperation mit der Stiftung Warentest. Dabei werden neben der Sicherheit auch der Schadstoffgehalt und die Handhabung der Sitze unter die Lupe genommen. „Die Testergebnisse bieten eine gute erste Orientierung. Sie ersetzen aber nicht die persönliche Beratung im Fachgeschäft“, erklärt Melanie Mikulla, Pressesprecherin beim Allgemeinen Deutschen Automobil-Club (ADAC).

Immerhin passe nicht jeder Kindersitz gleich gut in jedes Fahrzeug. Mal ist das Dach zu niedrig, mal der Gurt zu kurz, um die Babyschale zu fixieren. Bei älteren Modellen fehlen manchmal Isofix-Halterungen. Deshalb sollte man den Kindersitz vor dem Kauf unbedingt einmal im eigenen Auto einbauen und sich die Handhabung genau zeigen lassen.



"Testergebnisse ersetzen nicht die persönliche Beratung im Fachgeschäft."

Melanie Mikulla, Pressesprecherin beim ADAC


Der Preis ist dagegen kein aussagekräftiges Kaufkriterium. Nicht selten schneiden hochpreisige Sitze bei den Tests schlechter ab als die preisgünstigen Alternativen. Ein Tipp: Wer bares Geld sparen will, sollte nach Testsiegern aus den vergangenen Jahren Ausschau halten. Die entsprechenden Testergebnisse sind auf der ADAC-Website abrufbar.

Vorsichtig sollte man dagegen mit gebrauchten Kindersitzen sein. Sie sollten unbedingt in einem ausgezeichneten Zustand sein, keine Risse oder Bruchstellen aufweisen und im besten Fall aus zuverlässiger Quelle stammen – also von Freunden oder Verwandten. Tabu sind dagegen Babyschalen und Sitze, die in einen Unfall „verwickelt“ oder schon viele Jahre in Gebrauch waren.

Nur die richtige Handhabung garantiert auch Sicherheit
  

Die Auswahl bei Kindersitzen ist groß, doch nicht alle Modelle sind empfehlenswert. Laut ADAC und Stiftung Warentest sollte man auch auf die Bezüge achten, die manchmal schädliche Stoffe enthalten können. FOTO:DPA-TMN
Die Auswahl bei Kindersitzen ist groß, doch nicht alle Modelle sind empfehlenswert. Laut ADAC und Stiftung Warentest sollte man auch auf die Bezüge achten, die manchmal schädliche Stoffe enthalten können. FOTO:DPA-TMN

Ein Kindersitz kann nur Leben retten, wenn er richtig genutzt wird. Genau das ist in 48 Prozent der Autos jedoch nicht der Fall, wie eine Studie der Unfallforschung der Versicherer ergab. Der häufigste und auch gefährlichste Fehler liegt in der falschen Befestigung. So wird der Kindersitz oft zu locker mit dem Anschnallgurt befestigt. Viele Sicherheitsexperten raten deshalb zur Nutzung von Kindersitzen mit Isofix-System. Dabei wird der Sitz über Ösen zwischen den Sitzpolstern direkt mit dem Auto verbunden. Das erhöht die Sicherheit deutlich.

Die Sitze sind stabiler im Auto und wanken bei Kurvenfahrten weniger. Das gilt besonders für Modelle, die zusätzlich mit einem Stützfuß am Fahrzeugboden abgestützt oder über einen zusätzlichen Haltegurt, einen sogenannten Top Tether, abgesichert werden.

Auch die Gefahr von Einbaufehlern sinkt dank Isofix deutlich. So können zum Beispiel bei Babyschalen die Schulterund Beckengurte nicht vertauscht werden. Auch eine zu lockere Befestigung des Sitzes ist ausgeschlossen. Wichtig: Die Isofix-Halterungen halten nur 33 Kilogramm – Sitz und Kind zusammengerechnet. Sitze für größere Kinder ab 18 Kilogramm müssen deshalb zusätzlich mit dem Anschnallgurt gesichert werden.

In der Schale muss der Hosenträgergurt fest sitzen

Eine weitere häufige Fehlerquelle ist das Anschnallen der Kinder im Sitz oder der Babyschale. Die Faustregel: Der Hosenträgergurt muss fest sitzen, mehr als eine flache Hand darf nicht zwischen Gurt und Kind passen. Ansonsten wird das Kind bei einem Unfall nicht ausreichend im Sitz gehalten. Deshalb gilt im Winter auch: keine dicken Jacken im Kindersitz. Stattdessen empfehlen sich Decken oder spezielle Autofußsäcke.

Der sicherste Ort für den Kindersitz ist übrigens die Rückbank, am besten hinten rechts. So kann das Kind auf der Seite zum Fußweg aus- und einsteigen. Unfallforscher fanden außerdem heraus, dass die Gefahr für tödliche Verletzungen hinten im Fahrzeug um 27 Prozent geringer ist als vorne. Wer einen rückwärtsgerichteten Kindersitz trotzdem auf den Beifahrersitz montieren möchte, muss unbedingt den Frontairbag deaktivieren. Bei einem Frontalaufprall gefährdet der aktivierte Airbag zusätzlich das Leben des Kindes.

Der Kindersitz ist eine Frage der Größe

Ein weiteres Sicherheitsrisiko entsteht dadurch, dass viele Kinder zu früh aus der Babyschale in einen nach vorne gerichteten Kindersitz wechseln. Aus Sicherheitsgründen sollte der Wechsel aus der Babyschale aber erst dann erfolgen, wenn die Kopfoberkante des Kindes nicht mehr in der festen Schale liegt. In der Regel ist das Kind dann bereits älter als ein Jahr. Auch danach ist die rückwärtsgerichtete Fahrt im Kindersitz sinnvoll. Im sogenannten Reboarder sind Kinder bei einem frontalen Unfall besser geschützt. „Wenn der Kopf beim Crash nämlich nach vorne geschleudert wird, kann der Nacken des Kindes diesen Kräften noch nicht genug standhalten. Stützen sich die Beinchen schon an der Sitzlehne ab, so hat dies keinen negativen Einfluss auf die Sicherheit“, erklärt Mikulla.

In modernen Kindersitzen nach der europäischen i-Size-Norm sitzen die Kinder mindestens bis zum Alter von 15 Monaten rückwärts. Die meisten rückwärtsgerichteten Kindersitze eignen sich aber auch für ältere Kinder. Aus gutem Grund: Einige Kinderärzte empfehlen das Rückwärtsfahren sogar bis zum vierten Lebensjahr, mindestens aber bis zum zweiten Lebensjahr. Auch die ADAC-Expertin rät, bei Kindersitzen den Einsatzbereich voll auszunutzen und möglichst spät in den nächstgrößeren Kindersitz zu wechseln. Zur Orientierung: Bei größeren Kindern kann die Kopfoberkante leicht überstehen, der Hinterkopf sollte aber noch von der festen Schale abgestützt werden. Jedoch dürfen die Schultern nicht unter den seitlichen Kopfschutz gequetscht werden.

Außerdem empfiehlt es sich, ruhig bis zuletzt einen vollwertigen Kindersitz zu nutzen und eine Sitzerhöhung nur in Ausnahmefällen und für kurze Strecken – denn eine Rückenlehne und seitliche Polster schützen bei Unfällen vor schweren Verletzungen.
 

Beim Kauf von Sitzen für Kinder ab zwei Jahren sollten Eltern unbedingt darauf achten, dass das Produkt ein Prüfsiegel hat. Dadurch können sich Käufer vergewissern, dass das Modell den Sicherheitsstandards entspricht. Die ECE-Norm gilt europaweit und zeigt zum Beispiel an, für welches Körpergewicht der Sitz zugelassen ist und welches Unternehmen ihn hergestellt hat. Modelle aus den USA oder anderen nicht europäischen Ländern haben solch ein Siegel nicht.

Heinz Hilgers
Heinz Hilgers

Es gibt wohl einen Konsens innerhalb unserer Gesellschaft, den niemand ernstlich infrage stellt: Drogen und Kinder – das schließt einander aus. Drogen schädigen den Körper und die Psyche von Kindern in besonderem Ausmaß. Der Gesetzgeber trägt diesem Umstand Rechnung: Bis zum 16. Lebensjahr ist die Abgabe von Alkohol und Zigaretten an Kinder und Jugendliche verboten.

Doch auch Maßnahmen zur Prävention sind notwendig: Aufklärung über die Folgen von Drogenkonsum ist elementarer Bestandteil von Suchtprävention. Der Deutsche Kinderschutzbund hat gemeinsam mit der Knappschaft etwa das Projekt „Hackedicht“ ins Leben gerufen. Mit der „Hackedicht – Schultour der Knappschaft“ werden Kinder und Jugendliche nachhaltig auf die Gefahren des Alkoholmissbrauchs aufmerksam gemacht. Unser Kooperationspartner Condrobs arbeitet anschließend mit den Schülern und Lehrern und den Eltern in Workshops. Wir geben damit ein Beispiel, wie Aufklärung über Drogen die Kinder direkt erreichen kann. Mindestens genauso wichtig wie Verbote und Aufklärung ist die Rolle der Eltern: Sie haben einerseits eine Vorbildfunktion. Eine gute Eltern-Kind-Beziehung, die von Vertrauen und Zuversicht geprägt ist, schützt ebenso. Starke Eltern haben starke Kinder. Und selbstbewusste Persönlichkeiten widerstehen im Zweifel dem Gruppendruck und mancher Versuchung. Das schützt unsere Kinder: Verbote, wo sie notwendig sind. Aufklärung, wo immer möglich. Und eine vertrauensvolle Beziehung zu den Eltern.

Heinz Hilgers ist Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes



In der Stadt eignen sich Smartphone-Apps auch für Radler bestens, um von A nach B zu kommen. Doch wer im Sattel Touren machen will, greift besser zum Fahrrad-Navigationsgerät. Denn dessen Akku hält länger durch, und es bietet bessere Möglichkeiten zur Planung des Trips. Die Geräte sind zudem stoßfester als viele Handys und dürfen aus Lenkerhöhe auch schon mal auf den Boden fallen. Ihre Displays sind anders als viele Handys auf den Outdoor-Einsatz vorbereitet. Hinweise sollten eindeutig und gut wahrnehmbar sein. Teilweise ist eine Kopplung mit dem Smartphone möglich.
  

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