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Home Sonderthemen Aus der Geschäftswelt Dachdecker sind auch Klimaschützer und Experten fürs Energiesparen
12:41 25.10.2019

Wer beim Dachdeckerberuf ausschließlich an das Verlegen von Dachziegeln denkt, irrt. Dachdecker sind gefragte Fachkräfte vom Keller bis zur Dachspitze. Hausbesitzer, die etwa in Solarenergie investieren wollen, werden dabei von örtlichen Fachbetrieben begleitet.  

Was viele nicht wissen: Der Dachdecker als Klimaschützer und Experte fürs Energiesparen wird oft auch im unteren Gebäudeteil tätig. „Das gilt für Bereiche, wo das Bauwerk gegen Feuchtigkeit und Grundwasser abgedichtet werden muss. Die Arbeiten des Dachdeckers erstrecken sich dann vom Fundament über die Wand und Fassade bis hin zur Kirchturmspitze“, erklärt Claudia Büttner vom Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH). 

Gerade die energetische Gebäudesanierung werde für Dachdecker immer wichtiger und zwar schon während der Ausbildung: zum Beispiel durch den Einbau von Photovoltaikoder Solarthermie-Anlagen auf dem Dach oder durch das Anbringen von Wärmedämmung an der Fassade. „Auf Flachdächern legen Dachdecker Gärten und Teiche an und sorgen damit für wertvollen Lebensraum für Menschen und Tiere“, so Büttner weiter. Außerdem werden durch Gründächer die Schadstoffbelastungen in der Luft vermindert und das Wohnklima verbessert. Angesichts zunehmender Stark regenereignisse und auch schwerer Stürme, die bei Hausbesitzern für zum Teil kostspielige Schäden sorgen können, wird eine regelmäßige Dachwartung immer wichtiger:
    

Auf der Webseite https://dachcheck.dachdecker.org/ können Hausbesitzer nach Dachdeckerbetrieben in ihrer Nähe suchen und sich dort über einen Dachcheck beraten lassen.

Tipp: Auch bei Sturmböen von Windstärke 13 kann man davon ausgehen, dass Ziegel sicher auf dem Dach liegen. Sollten trotzdem Ziegel herunterfallen und zum Beispiel Autos beschädigen, kann der Gebäudebesitzer für eine Schadensregulierung zur Verantwortung gezogen werden, wenn er nicht nachweisen kann, dass regelmäßig das Dach kontrolliert wurde. Dies wurde bereits 2016 vom Oberlandesgericht Stuttgart bestätigt. bik
    

Foto: : PAZ-Archiv
Foto: : PAZ-Archiv

Das Kabinett hat am 16. Oktober 2019 den Gesetzesentwurf zur Einführung einer steuerlichen Förderung energetischer Gebäudesanierungen gebilligt. Der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) hatte dies schon lange gefordert. Die Bundesregierung macht damit einen weiteren wichtigen Schritt zur Umsetzung der Eckpunkte des Klimaschutzprogramms 2030. Die steuerliche Förderung soll die bestehenden Förderprogramme des Bundeswirtschaftsministeriums ergänzen.

„Die Entscheidung war längst überfällig und schafft die nötigen Anreize, sofern sie denn zügig und verlässlich umgesetzt wird. Wir freuen uns darauf, mit unseren Arbeiten einen wichtigen Beitrag für ein umfassendes Klimaschutz-Programm zu leisten und die geplanten Maßnahmen umzusetzen“, sagt Carsten Hoffmann, Obermeister der Dachdecker-Innung Peine.

Was genau wird gefördert?

Der Gesetzesentwurf sieht vor, dass Einzelmaßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz und zum Heizen mit erneuerbaren Energien steuerlich gefördert werden. Das sind beispielsweise ein Heizungstausch, der Einbau neuer Fenster oder die Dämmung von Dächern und Außenwänden. Die Kosten solcher Maßnahmen sollen künftig mit bis zu 20 Prozent über einen Zeitraum von drei Jahren steuerlich in Abzug gebracht werden. Die progressionsunabhängige Ausgestaltung gewährleistet, dass Gebäudebesitzer aller Einkommensklassen von der steuerlichen Förderung profitieren. Voraussetzung ist lediglich, dass es sich bei dem geförderten Gebäude um selbstgenutztes Wohneigentum handelt. Das Gesetz soll bereits für das Steuerjahr 2020 wirksam werden, die Ausgaben für Sanierungsmaßnahmen könnten also erstmalig mit der Steuererklärung im Jahr 2021 geltend gemacht werden.

Sanierungswillige können wählen: entweder schreiben sie Einzelmaßnahmen steuerlich ab oder sie beantragen Investitionszuschüsse für die schon bestehenden Programme wie das CO2-Gebäudesanierungsprogramm oder das Marktanreizprogramm für Wärme aus erneuerbaren Energien. bik

Infos über Förderprogramme liefert auch der zum Gebäude-Energieberater geschulte Dachdecker.
   

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