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Home Sonderthemen Aus der Geschäftswelt Corona: Peiner Handel Will Krise mit kreativen Ideen entgegentreten
16:32 15.09.2020
Die Gutscheinaktion hat nicht nur die Peiner Innenstadt in Bewegung gebracht. Foto: PAZ-Archiv

Die Corona-Krise hat den Handel im Wirtschaftsraum Braunschweig, zu dem auch der Landkreis Peine gehört, mit enormer Wucht getroffen – und zwar in mehrfacher Hinsicht: Je nach Sortiment gab es plötzlich Umsatzzuwächse im zweistelligen Bereich, andererseits kam es durch den Lockdown über Nacht zu komplettenUmsatzausfällen.

Die Corona-Pandemie hat Folgen: „Die Ausfälle führten bei zahlreichen Händlern zu Liquiditäts- und Ertragsproblemen, die sich nach wie vor in Nebeneffekten, wie vollen Lagern mit nicht abverkaufter Ware, widerspiegeln. Hinzu kommen auch erhebliche Veränderungen im Kauf- und Konsumentenverhalten – nicht zuletzt aufgrund der verpflichtenden Anordnung, einen Mund- Nasen-Schutz beim Einkaufen zu tragen“, sagt Joachim Wrensch, Vorsitzender des Handelsausschusses und Vizepräsident der IHK Braunschweig.

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ETWAS LUFT ZUM ATMEN

Gleichzeitig beschleunige die Pandemie den Strukturwandel im Handel und verschärfe die Schere zwischen Betriebsformen und Sortimenten. „Gewinner der Krise sind zum einen die Onlinehändler und Plattformbetreiber – aber auch die Geschäftszweige, die von dem Lockdown gar nicht oder nur wenig betroffen waren, wie Lebensmittelhändler, Drogerien und Apotheken“, weiß er. Hinzu kommen Anbieter aus dem Freizeitbereich, wie beispielsweise Fahrradhändler die einen enormen Zulauf verzeichneten.

„Die schrittweisen Geschäftsöffnungen seit Ende April geben insbesondere dem inhabergeführten kleinflächigen Handel wieder etwas Luft zum Atmen – können allerdings die Verluste der letzten Wochen nicht ansatzweise und vor allem nicht so zügig wie eigentlich nötig kompensieren“, beschreibt Christian Scheffel, Handelsreferent bei der IHK Braunschweig. So sieht sich nach einer aktuellen IHK-Umfrage von Anfang Mai jeder zehnte Einzelhändler in Niedersachsen von der Insolvenz bedroht, knapp 80 Prozent rechnen mit einem pandemiebedingten Umsatzrückgang für das Jahr 2020.

WACHSAM SEIN

„Wir müssen unheimlich wach sein, aufmerksam bleiben und auf jede Veränderung blitzschnell reagieren“, sagt Peines stellvertretender Gildemeister Ole Siegel. Denn der Lockdown habe für einen rasanten Aufschwung des Internethandels gesorgt und den stationären Handel förmlich in die Knie gewzungen. Gleichzeitig habe er die Digitalisierung im stationären Handel enorm vorangetrieben. Denn in der vermeintlichen Alternativlosigkeit zu Beginn der Corona-Pandemie seien zahlreiche Händler ungemein kreativ geworden und hätten sich neue Vertriebswege geschaffen, um den Kontakt zu den Kunden nicht völlig zu verlieren. „Ob die Kundenansprache via Homepage, Facebook, Whatsapp-Status oder auch Twitter und Co – dem Ideenreichtum schienen plötzlich kaum noch Grenzen gesetzt.“ Und es habe sich gezeigt, dass genau die Unternehmen, die bereit waren und auch den Mut hatten, neue Wege zu gehen, erfolgreich unterwegs waren und sind. Damit sei unverkennbar, dass für den Handel genau dasselbe gelte wie für die gesamte Wirtschaft: „Wir brauchen Mut und Phantasie, etwas Neues auszuprobieren“, ist Siegel überzeugt.

Für einen erfolgreichen „Neustart“ des stationären Handels nach dem Lockdown habe aber auch der Peine-Gutschein gesorgt. Denn mit der Summe von 350.000 Euro, die an Gutscheinen in den Handel zurückkamen, wurde ein Mehrfaches an zusätzlichem Gesamtumsatz vor Ort generiert. Und das habe den hiesigen Geschäften – egal, welcher Größe – sehr gutgetan und zum Weitermachen motiviert. Vor allem habe die Aktion dafür gesorgt, dass auch neue Kunden in den Handel vor Ort kamen und die Geschäfte kennengelernt haben. „Und das eröffnet uns neue Chancen, die wir unbedingt nutzen sollten“, sagt Siegel. Schließlich werde der Handel auch weiterhin vor große Herausforderungen gestellt. „Deshalb müssen wir gemeinsam Strategien entwickeln, die langfristig und nachhaltig greifen.“

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