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Themenwelten
12:38 08.07.2021
Kontrolle in der BMW-Werkstatt: Autohaus-Geschäftsführer Martin Hilgert mit Servicetechniker Andreas Gerbrandt und Kfz-Innungsobermeister Gerd Kunze. FOTO: RWE

Salzgitter. Rechtzeitig vor der großen Urlaubsfahrt mit dem Auto sollte ein ausführlicher Fahrzeug-Check eingeplant werden, um Defekte und Gefahrenquellen frühzeitig zu entdecken und rechtzeitig zu beseitigen. Obermeister Gerd Kunze von der Kfz-Innung Salzgitter sagt, alle sicherheitsrelevanten Arbeiten gehören in die Meisterhand eines Kfz-Betriebes.

Eine Funktionsüberprüfung der Bremsen, der Lichtanlage, des Motors und des Getriebes sollte auf keinen Fall von einem technischen Laien durchgeführt werden. Einen Reifen-Check könne der Autofahrer oder die Autofahrerin selbst übernehmen. Prüfen sollte man die Autoreifen auf Profiltiefe, äußere Schäden und Luftdruck. Zu beachten sei zudem, dass der Reifendruck bei voller Beladung angepasst werden müsse.

Die Auto-Experten der Kfz-Innung weisen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Reifendruck-Kontrollsysteme automatisch den Druck der Reifen überwachten und vor Abweichungen warnten. Je nach eingesetztem System würden die Daten direkt im Cockpit angezeigt, oder eine Warnleuchte weise auf falschen Druck hin.

Richtiger Reifendruck optimiert beispielsweise auch die Bremsleistung des Pkw. Schon 0,5 bar zu wenig könnten den Bremsweg besonders auf nasser Fahrbahn um bis zu zehn Prozent verlängern. Durch die Reifendruckkontrolle werde der Fahrer oder die Fahrerin rechtzeitig über Abweichungen vom Optimal-Wert informiert.

Des Weiteren gehört laut Gerd Kunze zu einem Fahrzeug-Check vor Reisebeginn die Kontrolle der verschiedenen Flüssigkeiten. So ist für ihn ausreichend Scheibenreiniger unverzichtbar. Genügend Kühlwasser bzw. Kühlflüssigkeit, ausreichend Motorenöl und ein Öl-Nachfüllset sowie die Kontrolle der Bremsflüssigkeit gehören ebenso zur Vorbereitung, die der Kfz-Meister im Rahmen der aktuellen Angebote „rund um den Urlaubs-Check“ erledigt.


Frische Brise statt lauem Lüftchen

Wenn es im Auto müffelt, die Scheiben beschlagen und nur noch ein laues Lüftchen wabert, macht die Klimaanlage schlapp. Höchste Zeit, das coole Feature in der Werkstatt testen und warten zu lassen. Denn nur eine funktionierende Klimaanlage garantiert eine sichere Fahrt mit kühlem Kopf und vermeidet teure Folgeschäden.

Obwohl immer noch nicht alle Fahrzeughersteller die Kontrolle und Wartung in ihren Inspektionen vorschreiben, werden sie dringend empfohlen. Warum? Anders als in Kühlschränken sind die Bauteile der Klimaanlagen mit beweglichen Teilen verbunden. Aus diesen Leitungen und Dichtungen verduften jährlich klammheimlich etwa zehn Prozent Kältemittel. Hinzu kommt, dass die Hersteller mit den Jahren den Füllstand der Klimaanlagen gesenkt haben. Wer jetzt nicht reagiert, riskiert eine nachlassende Kühlleistung und einen defekten Kompressor, denn auch die im Kältemittel enthaltenen Leichtlauföle zur Schmierung gehen verloren. Ein teurer Spaß – die Reparatur kostet schnell mal eine vierstellige Summe. Der Check sollte deshalb jährlich, die Wartung alle zwei Jahre erfolgen.

Woher kommen die üblen Gerüche? Sind Verdampfer- und Luftfilteroberfläche nach dem Abstellen des Autos noch feucht, finden Pilze und Bakterien hier den idealen Nährboden. Da helfen nur Reinigung und eine anschließende Desinfektion mit Spray, Spritzpistole oder Ozon. Achtung: Die Desinfektion gehört nicht automatisch zum Klimaanlagenservice. Autofahrer können vorbeugen und die Klimaanlage fünf Minuten oder fünf Kilometer vor Fahrtende ausschalten und das Gebläse laufen lassen. So trocknet der Verdampfer ab. Nur wer die Anlage richtig bedient, genießt das prima Klima unbeschadet über viele Jahre. Und so funktioniert es: Das Auto vor der Fahrt kräftig lüften, und die Air Condition nach dem Start bei geöffneten Fenstern kurzzeitig voll powern lassen, damit die Stauhitze entweicht, danach runter regeln. Bei der Klimaautomatik reicht es, die Temperatur einzustellen. Auf kurzen Strecken unter zehn Minuten Fahrzeit lohnt der Kältekomfort nicht, er würde nur unnötig Kraftstoff kosten.

Weil die frische Luft wachhalten und nicht krankmachen soll, werden die Düsen nicht direkt auf Kopf und Brustkorb, sondern in den Innenraum gerichtet. Die beste Reisetemperatur liegt übrigens zwischen 21 Grad und 23 Grad Celsius, maximal sieben Grad Celsius unter der Außentemperatur. Die Air Condition sollte auch im Winter ab und an arbeiten. Das garantiert die Schmierung der Bauteile und weniger Feuchtigkeit im Fahrzeug.
     

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