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Home Sonderthemen Sonstiges Alltag im Alter
15:28 12.11.2019
Helfende Hände: Wer alt ist, braucht Unterstützung – sei es von der Familie oder von Dienstleistern. ILLUSTRATION: RAWPIXEL.COM/ADOBE STOCK, RND

Von Julia Rathcke 

Es ist ein Thema, das die meisten gerne von sich schieben, bis der Fall dann, mehr oder weniger plötzlich, eintritt: Die eigene Mutter schafft den Haushalt nicht mehr, der Abwasch bleibt liegen, nur noch das Nötigste ist im Kühlschrank; der Schwiegervater vergisst wichtige Arzttermine, obwohl alles im Kalender eingetragen und besprochen ist; die Großeltern schaffen es nicht mehr, alleine zu duschen oder zu baden.

Wenn ein Mensch pflegebedürftig wird, ist immer auch sein Umfeld betroffen. Mehr als 3,4 Millionen Pflegebedürftige gibt es in Deutschland, Tendenz steigend. Etwa 820 000 Senioren sind in stationären Einrichtungen untergebracht, der Großteil lebt also den Alltag (noch) zu Hause.

Senioren wollen in der eigenen Wohnung bleiben

Es ist mit Abstand die beliebteste Variante, so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden alt zu werden. Doch es ist auch die herausforderndste. Zu all den bürokratischen und emotionalen Hürden kommt ein Phänomen dieser Zeit hinzu: Einsamkeit im Alter. Dabei ist es seltener das Problem, dass Senioren gar keine Angehörigen mehr haben, sondern dass Angehörige oft nicht mehr verfügbar sind. Anders als in früheren Zeiten oder anderen Kulturen, leben Familien nicht mehr gemeinsam mit drei, vier Generationen unter einem Dach, Kinder übernehmen nicht mehr zwangläufig den Familienbetrieb – oder eben die Pflege der eigenen Eltern. Familien sind meist zerstreut. Oft bleiben die Eltern in ihrem Haus auf dem Land, während es die Kinder berufsbedingt in die Stadt zieht. Manchmal besteht aus anderen Gründen kein Kontakt mehr, Senioren leben in einer urbanen Infrastruktur – sind aber isoliert.


3,4 Millionen Pflegebedürftige gibt es in Deutschland – nur 840 000 leben in stationären Einrichtungen.


Wie kann eine Versorgung im Alter sichergestellt werden? Was gibt es für ein sicheres Zuhause im Alter zu beachten? Welche Dienstleister und technischen Hilfsmittel können den Alltag erleichtern?

Pflegebedürftige haben Recht auf Beratung

Ein Grundproblem ist, dass Menschen oft gar nicht wissen, welche Möglichkeiten der pflegerischen Versorgung es gibt oder ob Alternativen zur Unterbringung im Heim bestehen. Dabei haben Pflegebedürftige in Deutschland schon seit 2009 das Recht auf eine kostenlose und individuelle Pflegeberatung. Über die Webseite des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP) etwa lassen sich Tausende von Beratungsstellen nach Region und eigenen Präferenzen durchsuchen. Was möglich ist, hängt sowohl vom eigenen Gesundheitszustand als auch von der Region ab. In manchen Bundesländern gibt es ein dichteres Netz an Beratungsstellen als in anderen.


"Kinder übernehmen nicht mehr zwangsläufig den Familienbetrieb – oder eben die Pflege der eigenen Eltern."


Es gibt ambulante Dienste, Tages- oder Nachtpflege, Pflegewohngemeinschaften oder betreutes Wohnen mit Fahrstühlen und sicherer Tür. In einigen Fällen kann die beste Lösung auch bedeuten, einzelne Komponenten zu ergänzen – etwa Hausnotrufsysteme, Einkaufs- oder Putzhilfen.

Ob nun in Brandenburg oder in Bayern: Für Leistungen und Geld der Pflegekassen muss zu allererst ein Antrag gestellt werden. Daraufhin meldet sich der MDK (Medizinische Dienst der Krankenversicherung) bei Versicherten in einer gesetzlichen Pflegekasse – bei Privatversicherten ist es der Dienst Medicproof – und begutachtet den Betroffenen. Wenn feststeht, welche Pflegestufe er oder sie hat, und wieviel Leistungen ihm zustehen, können sich Angehörige um einen örtlichen Pflegedienst kümmern.

Pflegedienste werden begutachtet
  

Im Alter ins Pflegeheim? Es gibt durchaus Alternativen. FOTO: KLAUS-DIETMAR GABBERT/DPA
Im Alter ins Pflegeheim? Es gibt durchaus Alternativen. FOTO: KLAUS-DIETMAR GABBERT/DPA

Ambulante Pflege wird von privaten Pflegediensten und von den Wohlfahrtsverbänden angeboten. Alle Pflegedienste werden mindestens einmal jährlich anhand einheitlicher Kriterien durch den MDK besucht, beraten und bewertet. Hilfe bei der Suche nach dem richtigen Pflegedienst oder nach Hilfsangeboten kann etwa die Plattform www.pflegelotse.de bieten. Auch Checklisten als Hilfe für die Auswahl gibt es auf der Seite oder bei den örtlichen Verbraucherzentralen. In vielen Fällen decken ambulante Pflegedienste mehr ab, als nur das eng getaktete Pflegeprogramm, das den Senioren laut MDK zusteht. Antje Fode, Pflegedienstleiterin einer Diakoniestation in Hannover, sagt: „Was die Servicepauschale vorgibt und was die Mitarbeiter zusätzlich tun, wird sehr unterschiedlich gehandhabt.“

Viele ihrer Mitarbeiter würden während oder nach ihrer täglichen Tour noch unbezahlte Organisationsaufgaben abarbeiten, etwa Termine beim Arzt oder Friseur vereinbaren, kleine Einkäufe erledigen, zur Post gehen, beim Ausfüllen von Formularen helfen.

Ehrenamtliche engagieren sich bei Partnerbesuchsdienst

Für Bedürfnisse abseits der pflegerischen Grundversorgung gibt es aber mittlerweile auch einige Anbieter. Neben dem altbekannten Essen auf Rädern und dem Hausnotrufdienst werden ehrenamtliche Besuchsdienste immer häufiger, etwa über die AWO, Caritas, das DRK und über Kirchengemeinden oder Sozialverbände. In Hannover gibt es allein 220 Ehrenamtliche beim Partnerbesuchsdienst der Diakonie, die schlicht Zeit mit Senioren verbringen. Darunter meist Menschen über 55 Jahre (oft Frauen) und auch Studenten, die einmal wöchentlich immer die gleichen Älteren besuchen und mit ihnen spazieren gehen, Karten spielen oder Kaffee trinken.


"Was die Servicepauschale vorgibt und was die Mitarbeiter zusätzlich tun, wird sehr unterschiedlich gehandhabt."

Antje Fode, Pflegedienstleiterin einer Diakoniestation in Hannover


Auch Hilfsmittel können dazu beitragen, das Altwerden zu Hause angenehmer zu machen. Sanitätsdienste bieten einfache, aber effektive Mittel, um vor allem Stürze im Haushalt zu vermeiden und den Rücken zu schonen: Antirutschmatten, elektrische Pflegebetten, höhenverstellbare Wasch- und Spülmaschine, elektrisch absenkbare Stangen im Kleiderschrank und Anziehhelfer aller Art. Auch technische Geräte – vom Schlüsselsucher bis zum sprechenden Fieberthermometer – gibt es inzwischen speziell für Senioren. Pflegeheime und auch manche ambulante Dienste setzen zudem auf digitale Notfallsysteme: Transponder, Funk-Kommunikationsgeräte, die als Armband getragen werden können oder in die Kleidung genäht sind, machen das Personal darauf aufmerksam, wenn sich ein Bewohner dem Ausgang nähert. Schranken an den Türen funktionieren ähnlich dem Prinzip der Diebstahlsicherung in Kaufhäusern.

Außerdem können unter den Betten und in den Badezimmern Bewegungs- und Präsenzmelder in Fußmatten installiert werden, die registrieren, wenn Menschen aufstehen, oder die erfassen, wenn sie das Bad längere Zeit nicht verlassen haben. Dann wird automatisch eine Nachricht an das Telefon des Personals gesendet, das wiederum sofort in den Zimmern anrufen kann. In Pflegeheimen ist der Einsatz natürlich eine Frage der Zustimmung der Bewohner (oder deren Angehöriger), im Privaten ist es, wie so oft, vor allem eine Frage der Kosten.
  

Laut Bundesregierung werden 73 Prozent der Pflegebedürftigen zuhause von Angehörigen (und oft mit zusätzlicher Hilfe eines professionellen Pflegedienstes) betreut. Sind die Pflegenden berufstätig, kann es mitunter schwierig sein, alles unter einen Hut zu bekommen. Laut Pflegezeitgesetz können Angehörige maximal zehn Tage am Stück zu Hause bleiben, wenn das für ihre Angehörigen nötig ist. Und man kann beim Arbeitgeber eine bis zu sechs Monate lange Pflegezeit beantragen, in der man vom Job freigestellt wird.

Sylvie Ernoult
Sylvie Ernoult

Kleiderschrank, Sofakissen oder Keksdose: In der Regel erwartet man dort keine großen Mengen Bargeld. Aber die Bundesbürger sind nicht zurückhaltend, wenn es darum geht, Scheine und Münzen zu verstecken. Einer Onlineumfrage des Bankenverbandes zufolge lagern 20 Prozent der Befragten mehr als 500 Euro Cash gerne bei sich zu Hause. Die „Bargeldverstecker“ gehen davon aus, dass die Scheine daheim gut aufgehoben sind. Eine trügerische Sicherheit, denn lediglich ein hochwertiger, fest verankerter Tresor ist ein adäquater Aufbewahrungsort im Fall eines Einbruchs. So sicher wie das Konto oder das Bankschließfach ist allerdings keiner der Aufbewahrungsorte. Wer die Investition in einen heimischen Tresor scheut, sollte daher größere Mengen Bares und Wertgegenstände wie teuren Schmuck oder Gold besser seiner Bank anvertrauen. Circa 10 Prozent der Deutschen verfügen schon über ein eigenes Bankschließfach. Darin ist das Geld genauso gut geschützt wie das Geld der Bank selbst. Wichtig hierbei ist auch, dass zentrale Dokumente im Schließfach aufbewahrt werden können. Diese sind dann zum Beispiel auch vor Bränden oder Wasserschäden sicher. Wer möchte, kann sein Bankschließfach zusätzlich über die Hausratversicherung oder Hausbank versichern. Bankschließfächer gibt es in unterschiedlichen Größen und sind auch kostengünstig zu haben. Einziges Problem: Der Platz ist knapp. Gerade in Ballungsgebieten übersteigt die Nachfrage nach Schließfächern das Angebot. Hier kann es zu entsprechenden Wartezeiten kommen.

Sylvie Ernoult ist Sprecherin beim Bundesverband Deutscher Banken



Taucher können auf Nummer sicher gehen: Sharkbanz ist ein Armband, das Haie fernhalten soll. In den vergangenen drei Jahren gab es weltweit insgesamt 235 Haiangriffe auf Menschen, 13 davon tödlich. So lassen sich Erfinder immer wieder Geräte gegen Haiattacken einfallen – oft ohne großen Erfolg. Mit Sharkbanz sei es laut den Entwicklern nun gelungen, ein Armband zu entwickeln, das Haie in die Flucht schlägt. Haie orientieren sich nicht nur über ihre Augen, sondern auch über Elektrorezeptoren. Sharkbanz ist in starker Magnet, der die Elektrorezeptoren des Hais stört. Es kommt zu einer Art Reizüberflutung, die das Tier schnell das Weite suchen lässt.
  

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